Gewalt gegen Polizisten in NÖ nimmt zu – Teenager trat Beamten ins Gesicht
Die Angriffe auf Polizistinnen und Polizisten steigen österreichweit. In St. Pölten trat ein Jugendlicher einem Beamten ins Gesicht.
Anstieg der Übergriffe auf Exekutive – St. Pölten als aktuelles Beispiel
Google News AT — Crime (de) berichtet über eine besorgniserregende Entwicklung: Die Gewalt gegenüber Polizistinnen und Polizisten nimmt in Österreich laut Polizei generell zu. Zuletzt trat ein randalierender Teenager in St. Pölten einem Beamten ins Gesicht. Ein weiterer Mann verletzte bei einer Gegenwehr gegen eine Wegweisung drei Polizisten.
Polizeisprecher Johann Baumschlager nennt Alkohol- und Drogenkonsum als wesentliche Ursachen für die wachsende Zahl solcher Eskalationen. Daneben spielten psychische Ausnahmezustände eine Rolle: „Es gibt Personen, die in einer psychischen Ausnahmesituation völlig die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren, das Einschreiten der Polizei als persönlichen Angriff sehen und hier zum Teil mit großer Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten vorgehen."
Verletzte Beamte und jüngere Täter
2024 wurden österreichweit 1.132 Beamte durch Fremdgewalt verletzt; im Jahr davor waren es laut Innenministerium 1.463. In St. Pölten wurden zuletzt drei Beamte bei einem Einsatz wegen einer gefährlichen Drohung attackiert. Der Beschuldigte wehrte sich laut Baumschlager massiv gegen die Festnahme.
Die Tatverdächtigen werden generell jünger. Die Zahl der unter 18-jährigen Straftäter stieg um 75 Prozent. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen – also den Strafunmündigen – verzeichnet die Polizei über die vergangenen 20 Jahre einen Anstieg um 137 Prozent. Wer sich konkret aggressiv gegenüber Beamten verhält, sei aber meist älter, heißt es.
Der Teenager in St. Pölten befand sich laut Baumschlager ebenfalls in einer psychischen Ausnahmesituation: „Letztendlich hat er einem Kollegen ins Gesicht getreten." Manche Verletzungen durch Amtshandlungen seien so schwer, dass betroffene Kolleginnen und Kollegen vorübergehend vom Dienst abtreten müssen.
Bodycams und Einsatztraining als Schutzmaßnahmen
Um Beamte besser zu schützen, kommen verstärkt Bodycams zum Einsatz. Die Aufnahmen dokumentieren Amtshandlungen und dienen vor Gericht als Beweismittel. Parallel dazu werden in Einsatztrainings gezielt Konfliktszenarien nachgestellt, um Polizistinnen und Polizisten auf eskalierende Situationen vorzubereiten.
Source: Google News AT — Crime (de)