Love-Scam-Betrug: Steirerin verliert 77.000 Euro an falschen Piloten

Eine 50-Jährige aus dem Bezirk Murtal überwies einem Unbekannten rund 77.000 Euro. Die Polizei warnt vor der Masche des sogenannten Love Scam.

Falsche Freundschaft, echter Schaden: 77.000 Euro weg

Laut Google News AT — Crime (de) begann die Geschichte im März mit einer scheinbar harmlosen Freundschaftsanfrage auf Facebook. Ein bislang unbekannter Täter gab sich gegenüber einer 50-Jährigen aus Seckau im Bezirk Murtal als deutsch-amerikanischer Berufspilot aus, der in den USA lebt. Die Kommunikation verlagerte sich rasch auf WhatsApp, wo der Mann über Wochen gezielt Vertrauen aufbaute.

Ende April kündigte der falsche Pilot an, nach Österreich ziehen zu wollen. Er behauptete, vorab ein Paket mit persönlichen Arbeitsunterlagen schicken zu müssen, für das Zoll- und Zustellgebühren anfallen würden. Da er das Geld angeblich nicht selbst aufbringen konnte, übernahm die Frau die Zahlungen — in der Erwartung, das Geld zurückzuerhalten.

Selbst als ihre Bank sie auf auffällige Überweisungen und einen möglichen Betrug hinwies, gelang es dem Täter, den Druck zu steigern. Der Frau wurde unter anderem mit einer Festnahme wegen des Verdachts der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gedroht. In der Folge kaufte sie Apple-Geschenkkarten und übermittelte die Gutscheincodes an den Unbekannten.

Im August kündigte der Mann schließlich seine Ankunft für Anfang September an. Die Steirerin fuhr zum Wiener Flughafen — wartete dort jedoch vergeblich. Stattdessen erhielt sie eine gefälschte Nachricht, die angeblich vom Bundeskriminalamt stammte: Der Pilot sei festgenommen worden, eine Kaution für seine Freilassung sei fällig. Diese Forderung machte die Frau schließlich misstrauisch. Sie wandte sich an eine Bekannte, die den Betrug erkannte. Daraufhin erstattete das Opfer Anzeige bei der Polizei. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 77.000 Euro.

Polizei warnt vor Love Scam

Die Landespolizeidirektion Steiermark (LPD) warnt ausdrücklich vor dem sogenannten „Love Scam". Dabei bauen Kriminelle über Social-Media-Plattformen gezielt eine emotionale Beziehung auf und nutzen diese Gefühle finanziell aus. Oft geben sich die Täter als Ärzte, Piloten, Soldaten oder Mitarbeiter auf Bohrinseln aus. Auch Männer können Opfer werden — Betrüger treten ihnen gegenüber etwa als vermeintlich junge Frauen auf, die im Ausland leben oder arbeiten. Früher oder später folgen Geldforderungen für angebliche Reisen, Notfälle oder andere Schwierigkeiten.

Wer auf eine solche Masche hereingefallen ist, müsse sich nicht schämen, betont die LPD Steiermark — die Täter gingen äußerst geschickt vor und nutzten Vertrauen und Gefühle gezielt aus. Die Polizei rät zur Vorsicht, wenn persönliche Treffen wiederholt scheitern, plötzlich Geld verlangt wird oder Drohungen auftauchen. „Nehmen Sie Warnungen Ihrer Bank, von Angehörigen oder anderen Vertrauenspersonen ernst", so die Behörde. Betroffene sollten Zahlungen sofort stoppen, den Kontakt abbrechen, Beweise wie Chatverläufe sichern und Anzeige erstatten.

Source: Google News AT — Crime (de)

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