Räuberüberfall in Bad Bleiberg: Polizei sucht Mittäter im Fluchtauto
Zwei maskierte Männer überfielen in Bad Bleiberg ein älteres Paar und eine Pflegerin – die Polizei schließt Komplizen im Fluchtfahrzeug nicht aus.

Gewaltsamer Raubüberfall auf Senioren in Bad Bleiberg – Ermittler suchen Komplizen
Wie die Kleine Zeitung berichtet, stürmten am vergangenen Donnerstag gegen 14 Uhr zwei maskierte Männer in ein Wohnhaus in der Gemeinde Bad Bleiberg in Kärnten. Ihre Opfer: ein 78-jähriges Paar sowie deren 67-jährige Pflegerin.
Die Täter fesselten den 78-jährigen Hausbesitzer, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, bedrohten ihn mit einem Messer und schlugen auf ihn ein. Anschließend zwangen sie den Schwerverletzten, gemeinsam mit ihnen das Haus nach Wertgegenständen zu durchsuchen. Auch die aus Bosnien stammende Pflegerin wurde attackiert und gefesselt, blieb jedoch unverletzt. Die bettlägrige, schwer an Demenz erkrankte Lebensgefährtin des Hausbesitzers ließen die Täter unbehelligt.
Nach rund 30 Minuten verließen die Räuber das Haus – mit zahlreichen Wertgegenständen. Über die Höhe des Sachschadens machte die Polizei keine Angaben. Die Pflegerin alarmierte kurz darauf die Nachbarn, die wiederum die Einsatzkräfte verständigten. Eine sofort eingeleitete Großfahndung verlief ohne Ergebnis.
Das Bundeskriminalamt bezeichnet solche Taten als „Home Invasion": Täter dringen in ein bewohntes Objekt ein, um die Bewohner zu überwältigen und zu berauben. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Einbruch wählen sie Häuser oder Wohnungen gezielt aus, weil jemand anwesend ist – häufig ältere Personen, von denen weniger Gegenwehr erwartet wird. In den meisten Fällen ist den Tätern bereits im Vorfeld bekannt, dass eine hohe Beute zu erwarten ist.
Rund ein Dutzend Hinweise sind inzwischen bei den Ermittlern eingegangen, der entscheidende war jedoch nicht darunter. Der verletzte Hausbesitzer wurde im LKH Villach behandelt; er und die 67-Jährige konnten mittlerweile befragt werden. Dabei ergaben sich neue Erkenntnisse: Die beiden Räuber dürften Komplizen gehabt haben. „Es ist nicht auszuschließen, dass es auch Mittäter gibt", sagt Matthias Kogelnig, Sprecher der Landespolizeidirektion Kärnten. Diese könnten in einem Fluchtauto in der Nähe des Tatorts gewartet haben.
Weiteren Aufschluss erhoffen sich die Ermittler des Landeskriminalamtes Kärnten von der Auswertung des mutmaßlichen Tatmessers, das derzeit auf DNA-Spuren untersucht wird. „Das Ergebnis ist noch ausständig", so LPD-Sprecher Kogelnig.
Als ungewöhnlich gilt der Tatort selbst: Anders als bei vergleichbaren Fällen liegt das betroffene Wohnhaus nicht an einem abgelegenen Ort, sondern mitten in einer Siedlung in Bad Bleiberg.
Die Polizei richtet einen Aufruf an Bewohner von Bad Bleiberg und angrenzenden Gemeinden: Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge – auch aus den Tagen vor der Tat – sollen dem Landeskriminalamt Kärnten unter der Telefonnummer 059133 203333 gemeldet werden. Hinweise werden vertraulich behandelt und können auch bei jeder Polizeidienststelle erstattet werden.
Source: Kleine Zeitung