René Benko vor Schöffengericht Innsbruck: 660.000 Euro Schadenssumme
Signa-Gründer René Benko muss sich ab Dienstag am Landesgericht Innsbruck wegen betrügerischer Krida verantworten. Der Strafrahmen beträgt ein bis zehn Jahre.

Benko-Verfahren neu aufgerollt: Schöffengericht Innsbruck verhandelt ab Dienstag
Der in Untersuchungshaft sitzende Signa-Gründer René Benko steht ab Dienstag, 9.00 Uhr, vor einem Schöffengericht des Landesgerichts Innsbruck. Wie oe24.at berichtet, hatte der Oberste Gerichtshof (OGH) im Juli einen Teilfreispruch im Verfahren wegen betrügerischer Krida aufgehoben – das Verfahren wird nun neu verhandelt.
Im Mittelpunkt steht eine Mietvorauszahlung von 360.000 Euro für eine Villa im Innsbrucker Stadtteil Hungerburg. Benko wird vorgeworfen, damit im Rahmen seiner Insolvenz als Einzelunternehmer die Befriedigung von Gläubigerforderungen verhindert beziehungsweise geschmälert zu haben. Die Vorauszahlung sei unter dem Eindruck zunehmender Zahlungsschwierigkeiten und einer absehbaren Konkurseröffnung unvertretbar gewesen.
Hinzu kommt ein vom OGH bereits bestätigter Schuldspruch zum zweiten Anklagepunkt: die Schenkung von 300.000 Euro an Benkos Mutter. Damit beläuft sich der verfahrensgegenständliche Schadensbetrag auf insgesamt rund 660.000 Euro. Der Strafrahmen reicht von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Als möglicher Ersatztermin wurde der 23. September angesetzt.
Benkos Anwalt kündigte an, sein Mandant werde auf nicht schuldig plädieren. Benko selbst hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen.
Voraussichtlich im November muss sich der Tiroler Immobilienunternehmer am Landesgericht einer weiteren Anklage stellen, die Mitte Juni bekannt geworden war. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft ihm dabei schweren Betrug und betrügerische Krida vor. Konkret soll er gegenüber dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner beziehungsweise Vertretern von dessen Familienstiftung eine „wahrheitswidrige Garantie" abgegeben und die Stiftung „betrügerisch in Höhe von rund fünf Millionen Euro" geschädigt haben. Darüber hinaus soll er Gläubigern der Signa-Holding eine teure Flinte verheimlicht haben.
Benko sitzt seit Jänner 2025 in Untersuchungshaft. Vor dem Erstprozess im Oktober 2024 war er von Wien in die Tiroler Landeshauptstadt überstellt und dort im Jänner 2025 verhaftet worden. Familienbesuche sind ihm seit rund einem Jahr gestattet; ein Antrag auf Bewilligung einer Tischlerlehre wurde bislang nicht genehmigt.
Source: Google News AT — Crime (de)