Schmuckdiebstahl im MAK Wien: Collier der ägyptischen Königsfamilie gestohlen
Zwei Männer schlugen im Wiener MAK eine Glasvitrine ein und stahlen ein Unikat-Collier mit 673 Diamanten. Die Polizei fahndet und bittet um Hinweise.

Großfahndung nach Juwelendiebstahl im Museum für angewandte Kunst
Zwei Männer betraten am Donnerstag gegen 14 Uhr das Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Wiener Innenstadt als gewöhnliche Besucher – und verließen es mit einem Collier aus den späten 1930er-Jahren, das auf bis zu fünf Millionen Euro geschätzt wird. Die Kronen Zeitung berichtet, dass die Täter eine Glasvitrine mit einem Hammer einschlugen und das Ausstellungsstück anschließend entwendeten, bevor sie flüchteten.
Noch in der Nacht veröffentlichte die Polizei Bilder der beiden Tatverdächtigen und leitete eine Großfahndung ein. Bis in den Abend hinein waren zahlreiche Einsatzkräfte in der gesamten Innenstadt im Einsatz. Auch die Kulturgutfahndung des Bundeskriminalamts wurde eingeschaltet.
Gezielter Coup einer Balkan-Gruppierung vermutet
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler handelt es sich mutmaßlich um einen „Auftragsjob". Dem Vernehmen nach dürfte eine am Balkan ansässige Gruppierung hinter dem Diebstahl stecken. Derzeit werden Videoaufnahmen rund um das MAK ausgewertet.
Das gestohlene Stück stammt aus der aktuellen Ausstellung „Glanzstücke", die Schmuck von Van Cleef & Arpels sowie Objekte aus der MAK-Sammlung zeigt. Die Schau umfasst insgesamt rund 500 Exponate – mehr als 300 davon von Van Cleef & Arpels, weitere über 200 aus dem Museumsbestand.
Historisches Unikat mit 673 Diamanten und 200 Karat
Bei dem gestohlenen Collier handelt es sich laut Aufschrift auf der Glasvitrine um ein Unikat, das im Auftrag der ägyptischen Königsfamilie entworfen wurde. Getragen wurde es von Königin Nazli im Jahr 1939, anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem iranischen Kronprinzen und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi. Das Stück verfügt über 673 Diamanten und 200 Karat.
Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung
Die Polizei ersucht die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise zu den beiden Tatverdächtigen sowie zum Verbleib des gestohlenen Colliers. Meldungen können – auch anonym – an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01-31310-33800 gerichtet werden.
Das MAK bleibt mit Ausnahme der betroffenen Ausstellung „Glanzstücke" geöffnet. Das Museum teilte am Abend mit, man gehe davon aus, dass auch diese in Kürze wieder zugänglich sein werde. Niemand sei bei dem Vorfall zu Schaden gekommen.
Erinnerung an Saliera-Diebstahl 2003
Der Coup weckt Erinnerungen an einen der bekanntesten Kunstdiebstähle Österreichs: Am 11. Mai 2003 wurde die berühmte Saliera von Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum Wien gestohlen. Der Täter war damals über ein Baugerüst eingestiegen, stellte sich später und wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das goldene Salzfass wurde wiedergefunden und anschließend speziell gesichert.
Source: Kronen Zeitung