Staatsschutz warnt: Deradikalisierungs-NGO Derad unter Islamismus-Verdacht
Der Verein Derad, der seit 2015 junge Jihadisten betreut, steht laut DSN selbst unter Islamismus-Verdacht. Die Bundesregierung beendet die Zusammenarbeit.

Staatsschutz zweifelt an Unbedenklichkeit von Derad
Der Verein Deradikalisierung und Prävention (Derad) steht nach Einschätzung der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) selbst unter dem Verdacht, islamistischen Ideologien nahezustehen. Das berichtet Der Standard. Die Bundesregierung hat daraufhin die Zusammenarbeit mit der Organisation beendet.
Laut Staatsschutz sollen mehrere Akteure innerhalb der Deradikalisierungsstelle der Ideologie der Muslimbruderschaft nahestehen. Die Warnung lautet: Radikalisierte Jugendliche könnten im Derad-Programm möglicherweise nicht zu liberalen Muslimen, sondern zu Ideologen der islamistischen Bewegung werden. Gewisse Erfolge beim Zurückdrängen von Jihadismus erkennt der Staatsschutz dem Verein dennoch an.
Derad weist die Vorwürfe nach eigenen Angaben schärfstens zurück. Seit 2015 betreute die Organisation junge Jihadisten und mutmaßliche Terrorplaner.
Der Hintergrund macht die Angelegenheit besonders brisant: Zählte der Staatsschutz Anfang der 2020er noch eine zweistellige Zahl an Hochrisikogefährdern im jihadistischen Bereich, ist diese Zahl mittlerweile auf eine niedrige dreistellige gestiegen. Zudem werden die potenziellen Anschlagsplaner dem Staatsschutz zufolge immer jünger.
Source: Der Standard