Akira-Hackerangriff: Daten von Geheimagenten und Elitesoldaten gestohlen

Beim Cyberangriff auf einen Softwarelieferanten der Bundesverwaltung wurden Daten von über 100'000 Personen entwendet – darunter verdeckte Agenten und Elitesoldaten.

Akira-Hackerangriff: Daten von Geheimagenten und Elitesoldaten gestohlen

Cyberangriff auf Pensionskassen: Sicherheitskritische Daten abgeflossen

Ende September wurde ein externer Softwarelieferant der Pensionskasse des Bundes, Publica, Opfer eines Cyberangriffs. Wie 20 Minuten berichtet, sind die dabei entwendeten rund hundert Gigabyte Daten laut dem «Tages-Anzeiger» «für die Sicherheit der Schweiz weit gravierender als bisher kommuniziert».

Die Angreifer verfügen nun über sensible Informationen von mehr als 100'000 aktuellen und ehemaligen Angestellten des Bundes sowie bundesnaher Betriebe. Betroffen sind neben Putzfachkräften und gewöhnlichen Verwaltungsangestellten auch Mafiajäger, Geheimagenten, Elitesoldaten sowie alt Bundesräte. Amtierende Bundesrätinnen und Bundesräte blieben verschont.

Verdeckte Agenten in Gefahr

Besonders brisant: Unter den gestohlenen Daten befinden sich offenbar auch Informationen zu Bundesangestellten, die beim Fedpol oder dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) unter einer Tarnidentität tätig sind. «Für sie besteht Gefahr für Leib und Leben», heisst es laut «Tages-Anzeiger» in einer internen Einschätzung. Die Daten könnten in die Hände ausländischer Geheimdienste oder krimineller Organisationen gelangen.

Als direkte Folge verzichtet der NDB derzeit auf ausländische Operationen. Der Bundessicherheitsdienst hat zudem die Schutzmassnahmen für Regierungsmitglieder verschärft. Der Bund hat eine Taskforce eingesetzt.

Das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik hat bereits erste authentische Betrugsversuche gegenüber Betroffenen festgestellt.

Hackergruppe Akira fordert Lösegeld

Hinter dem Angriff steckt laut «Tages-Anzeiger» die Gruppe Akira. Die Bundesanwaltschaft führt seit April 2024 ein Strafverfahren gegen die Gruppe, die bereits rund 200 Unternehmen mit Ransomware angegriffen hat – mit einem Gesamtschaden von mehreren hundert Millionen Dollar.

Auch im aktuellen Fall fordert Akira eine Lösegeldzahlung. Bleibt diese aus, droht die Gruppe mit der Veröffentlichung oder dem Verkauf der Daten. Bislang sind die gestohlenen Informationen im Darknet nicht aufgetaucht.

Ebenfalls betroffen war der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag. Dieser hatte entgegen den offiziellen Empfehlungen des Bundes Lösegeld gezahlt, um wieder Zugriff auf die entwendeten Daten zu erhalten – was für erhebliche Kritik gesorgt hatte.

Source: 20 Minuten

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