Fünfte Nylonfaden-Falle in Stechelberg: Bis zu fünf Jahre Haft drohen

In Stechelberg wurden bereits fünfmal Nylonfäden an Absprung- und Landeplätzen für Basejumper entdeckt. Die Kantonspolizei Bern ermittelt, die Staatsanwaltschaft prüft ein Verfahren.

Fünfte Nylonfaden-Falle in Stechelberg: Bis zu fünf Jahre Haft drohen

Nylonfaden-Fallen in Stechelberg: Ermittlungen laufen nach fünftem Vorfall

Bereits zum fünften Mal haben Unbekannte in Stechelberg einen Nylonfaden gespannt, der Basejumper und Gleitschirmpiloten in Lebensgefahr bringen könnte. Wie 20 Minuten berichtet, entdeckten Sportler am vergangenen Samstag einen Faden auf Fusshöhe beim Absprungort «La Mousse» – erstmals war damit auch eine Absprungplattform betroffen.

Die vier früheren Vorfälle hatten sich ausschliesslich an Landeplätzen in der Gemeinde Lauterbrunnen ereignet. Beim ersten Fall flog ein Pilot in einen solchen Faden, blieb jedoch unverletzt. Bisher wurde laut Kantonspolizei Bern niemand verletzt.

Die Kantonspolizei Bern bestätigt alle fünf Meldungen. «Wir haben jede dieser Meldungen ernst genommen und entsprechende Ermittlungen eingeleitet, die aktuell auch noch im Gang sind», sagt eine Polizeisprecherin. Die Staatsanwaltschaft Oberland werde voraussichtlich ein Verfahren wegen versuchter Gefährdung des Lebens eröffnen.

Rechtlich könnten die Fallen erhebliche Konsequenzen haben. «In erster Linie käme eine vorsätzliche Störung des öffentlichen Verkehrs in Betracht», sagt Rechtsexperte Stephan Schlegel gegenüber 20 Minuten. Darauf stehen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe – vorausgesetzt, die mutmasslichen Täter wussten um die Gefahr oder nahmen sie in Kauf.

Auch eine Verurteilung wegen Gefährdung des Lebens sei denkbar, so Schlegel weiter. In diesem Fall drohen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Hierfür müsste jedoch eine unmittelbare Lebensgefahr nachgewiesen werden, was sich anhand von Videoaufnahmen allein nicht abschliessend beurteilen lasse. Grundsätzlich komme auch versuchte Körperverletzung infrage.

«Es ist schlimm, dass jemand so etwas macht – das macht Angst.»

Die Swiss Base Association informierte ihre Community über den Whatsapp-Channel und betont die geteilte Verantwortung: «Die Polizei kontrolliert die Landeplätze weiterhin jeden Morgen. Bei den Absprungstellen liegt es jedoch in der Verantwortung jedes einzelnen Springers, vor dem Sprung sorgfältig auf mögliche Gefahren zu achten.»

Der Verband ruft dazu auf, gefundene Nylonfäden umgehend der Polizei zu melden und diese nicht zu entfernen, damit Beweise gesichert werden können.

Source: 20 Minuten

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