Krawalle am Hardplatz Zürich: Polizei ermittelt wegen gezielter Angriffe auf Beamte

Nach illegaler Party am Zürcher Hardplatz mit über 100 Vermummten wurden Polizisten mit Pflastersteinen und Feuerwerksraketen angegriffen. Niemand wurde vor Ort festgenommen.

Krawalle am Hardplatz Zürich: Polizei ermittelt wegen gezielter Angriffe auf Beamte

Ermittlungen nach Ausschreitungen am Hardplatz

Nach den schweren Krawallen am Zürcher Hardplatz laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Wie watson.ch berichtet, hatten sich am Samstagabend mehr als hundert vermummte Personen zu einer illegalen Party auf dem Platz versammelt.

Die erste Meldung ging kurz nach 23 Uhr bei der Stadtpolizei ein. Die Einsatzkräfte liessen die Veranstaltung zunächst weiterlaufen – nach Polizeiangaben bestand zu diesem Zeitpunkt kein Anlass für eine gewaltsame Auflösung.

Die Lage änderte sich, als Meldungen über beschädigte Fahrzeuge, versprayte Hausfassaden, Feuerwerk und Belästigungen von Anwohnenden eingingen. Die Polizei entschied daraufhin, die Party aufzulösen.

Beim Räumungsversuch wurden die Beamten mit Pflastersteinen und Glasflaschen beworfen. Anschliessend seien Feuerwerksraketen gezielt auf Polizistinnen und Polizisten abgefeuert worden, erklärte die Stadtpolizei gegenüber SRF. Die Behörden vermuten, dass ein Teil des Feuerwerks bereits im Vorfeld in der Umgebung deponiert worden war – ob die Angriffe damit gezielt vorbereitet wurden, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.

Zur Kontrolle der Lage setzten die Einsatzkräfte Reizstoff, Gummischrot und Wasserwerfer ein. Ein Polizist wurde verletzt. Mehrere Polizeifahrzeuge, weitere Autos und Gebäude wurden beschädigt, Abfallcontainer in Brand gesetzt.

Trotz der Ausschreitungen gab es vor Ort keine Festnahmen. Die Stadtpolizei begründete dies damit, dass zunächst die Wiederherstellung der Sicherheit und der Schutz der Einsatzkräfte Vorrang gehabt hätten. Für gezielte Verhaftungen wäre ein grösseres Aufgebot nötig gewesen, das bei einer sich rasch entwickelnden Lage nicht innerhalb weniger Minuten bereitgestellt werden könne.

Die Zürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) zeigte sich gegenüber SRF schockiert. Die Angreifenden hätten bewusst in Kauf genommen, dass Polizistinnen und Polizisten schwer verletzt werden könnten. Zur Frage nach ausreichendem Polizeipersonal verwies Rykart darauf, dass sie im Gemeinderat regelmässig zusätzliche Stellen beantrage – bewilligt werde jedoch jeweils nur ein Teil davon. Einen Kommentar dazu, dass auch ihre eigene Partei solche Aufstockungen nicht immer vollständig unterstütze, lehnte sie ab.

Source: Google News CH — Crime (de)

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