Rechtsextreme Deutsche campieren auf dem Simplon – Polizei bestreitet Kenntnis
35 Mitglieder der Identitären Bewegung Deutschland hielten ein Trainingslager auf der Alp Alpjen im Wallis ab. Die Walliser Polizei streitet ab, von dem Treffen gewusst zu haben.

IBD-Lager auf Walliser Alp: 35 Rechtsextreme trainierten auf dem Simplon
35 Mitglieder der Identitären Bewegung Deutschland (IBD) haben ein mehrtägiges Lager auf der Alp Alpjen oberhalb von Simplon Dorf im Kanton Wallis abgehalten. Wie Blick unter Berufung auf das Recherchemagazin Pomona berichtet, dauerte das sogenannte «Bundeslager» von Samstag bis Sonntag.
Die IBD wird vom deutschen Verfassungsschutz als «gesichert rechtsextremistisch» eingestuft. Die Bewegung verbreitet rassistische und antisemitische Verschwörungstheorien und unterhält Verbindungen zur rechtsextremen Schweizer Gruppe Junge Tat.
Der Vermieter der Unterkunft schilderte der Walliser Zeitung, die jungen Männer hätten «von morgens bis abends Sport getrieben und auch Nachtübungen durchgeführt». Das Lager wurde zudem für die sozialen Medien inszeniert.
Polizei bestreitet Kenntnis – Vermieter widerspricht
Gegenüber Pomona stritten die Walliser Behörden ab, vom Treffen gewusst zu haben. Der Vermieter erklärte jedoch, von der Polizei zu der Gruppe befragt worden zu sein – eine Aussage, die der offiziellen Darstellung widerspricht.
Der Gemeindepräsident von Simplon bestätigte, die Gruppe habe im Dorf keine Probleme verursacht. Laut dem Vermieter war es auch nicht der erste Besuch der IBD im Wallis: Bereits vor drei Jahren habe die Gruppe einige Tage in der Südwestschweiz verbracht.
Erinnerung an Vorfall mit Wehrmacht-Uniformen im Kanton Bern
Der Vorfall reiht sich in eine Reihe ähnlicher Ereignisse ein. Im Juli 2025 durchquerte eine Gruppe von rund 25 Männern in Wehrmachtsuniformen das Wildhornmassiv im Kanton Bern. Eine Sprecherin der Berner Kantonspolizei erklärte, die Gruppe habe sich aus Personen verschiedener europäischer Länder sowie aus den USA zusammengesetzt.
Die Polizei hielt die Gruppe an und wies sie an, Jacken mit Nazisymbolen abzulegen, um mögliche Konflikte mit Dritten zu vermeiden. Strafrechtliche Konsequenzen blieben aus, da das Tragen von Nazisymbolen in der Schweiz derzeit nicht verboten ist. Die Personalien wurden dennoch aufgenommen. Die Teilnehmer bezeichneten ihr Vorhaben selbst als «reenactment event» – eine Nachstellung von Gebirgsdivisionen der Wehrmacht, um «allen Gebirgsjägern respektvoll Tribut zu zollen».
Source: Blick