Schussabgabe in Oftringen: 50-jähriger Schweizer nach Polizeieinsatz abgeführt
Ein lauter Knall alarmierte Donnerstagabend Anwohner eines Wohnblocks in Oftringen. Die Kantonspolizei bestätigt eine Schussabgabe – es soll sich um eine Fehlmanipulation gehandelt haben.
Schussabgabe in Wohnblock Oftringen: Fehlmanipulation löst Grosseinsatz aus
Ein lauter Knall hat am Donnerstagabend Bewohnerinnen und Bewohner eines Wohnblocks an der Winkelstrasse in Oftringen aufgeschreckt. Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, wurde ein 50-jähriger Schweizer nach dem Vorfall von der Polizei abgeführt.
Eine Anwohnerin, die gerade von der Arbeit heimkehrte, hörte den Knall und hielt ihn zunächst für einen Böller oder Feuerwerk, wie sie gegenüber dem Regionalsender Tele M1 schilderte. Kurz darauf standen mehrere Polizeifahrzeuge vor dem Gebäude. Aus Angst blieb sie in ihrer Wohnung und schaute durch den Türspion. Besonders beunruhigt habe sie der Vorfall auch deshalb, weil erst am vorangegangenen Wochenende in Aarau eine tödliche Schussabgabe stattgefunden hatte.
Der Einsatz dauerte rund eine Stunde. Hauswart Stefan Hüssi konnte währenddessen nicht in seine Wohnung zurück und musste hinter einer Garage warten. «Plötzlich kamen die Polizisten, mit so langen Gewehren», berichtete er Tele M1. Sechs bis sieben Einsatzkräfte waren rund um die Wohnblöcke unterwegs, mehrere davon mit Helmen und Schutzwesten ausgerüstet. Gemäss Kantonspolizei ist eine solche Ausrüstung bei gemeldeten Schussabgaben üblich.
Für die betroffene Anwohnerin kam die Eskalation nicht überraschend. Das Paar aus der Nachbarschaft habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt und lautstark gestritten – mit Türenschlagen, teils mitten in der Nacht. «Die Nachtruhe wurde immer wieder gestört und ich konnte nicht schlafen», sagte sie. Sie und andere Mieter hätten mehrfach erwogen, die Polizei zu rufen, seien aber unsicher gewesen.
Am Donnerstagabend eskalierte die Situation. Durch das Fenster beobachtete die Anwohnerin, wie der Mann zu einem Polizeifahrzeug gebracht wurde, wo er laut weiter herumschrie.
Die Kantonspolizei bestätigt den Einsatz und die Schussabgabe. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es sich um eine Fehlmanipulation gehandelt haben; eine Bedrohungslage habe nicht bestanden. Weshalb der 50-jährige Schweizer eine Waffe in der Hand hielt und wie es zum Schuss kam, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.
Nach Abschluss des Einsatzes versammelten sich nach Angaben der Anwohnerin 15 bis 20 Personen aus der Nachbarschaft vor dem Gebäude. Einige filmten das Geschehen, andere wollten wissen, was vorgefallen war. «Viele waren verängstigt», sagte sie.
Source: Google News CH — Crime (de)