60-Jähriger erschießt zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle in Berngau

Ein ehemaliger Polizist tötete in der bayerischen Gemeinde Berngau zwei Angestellte des Landratsamtes bei einer Waffenkontrolle. Der Mann, der zehn legal registrierte Waffen besaß, wurde nach stundenlanger Belagerung festgenommen.

60-Jähriger erschießt zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle in Berngau

60-Jähriger erschießt zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle in Berngau

Wie n-tv berichtet, hat ein 60 Jahre alter Mann in der oberpfälzischen Gemeinde Berngau zwei Behördenmitarbeiter erschossen, als diese eine routinemäßige Waffenkontrolle durchführen wollten. Der 45 Jahre alte Mitarbeiter des Landratsamtes Neumarkt und seine 54 Jahre alte Kollegin wurden dabei getötet. Der Schütze verschanzte sich daraufhin stundenlang in einem Haus, bevor Spezialkräfte der Polizei ihn festnahmen und dabei schwer verletzten.

Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann war der Täter in den 1990er Jahren Polizist. Wann und warum er aus dem Dienst ausschied, ist nicht bekannt. Der Mann war in der Gemeinde mit etwa 2.600 Einwohnern als Jäger und Sportschütze ansässig und besaß im Waffenregister zehn Waffen legal registriert.

Die Kontrolle erfolgte ohne Vorankündigung nach Behördenroutine. Der Mann war gegenüber der Polizei zuvor nicht aufgefallen, teilte Herrmann mit. Allerdings berichtete die "Bild"-Zeitung, dass Nachbarn den Täter aufgefallen seien und von Drohungen gegen Anwohner sprachen. Eine Nachbarin zitierte die Zeitung mit den Worten: "Er war eine tickende Zeitbombe". Verfassungsschutz und Staatsschutz hatten nach Aussage Herrmanns keine Erkenntnisse über eine extremistische Gesinnung des Mannes.

Während der Festnahme schossen Spezialkräfte auf den Mann, wodurch er schwer verletzt wurde. Zunächst hatte die Polizei von leichten Verletzungen berichtet. Der 60-Jährige wurde unter polizeilicher Bewachung ins Krankenhaus gebracht. Der Polizeisprecher sagte, dass sein Vernehmen noch abgewartet werden müsse und der Mann einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden sollte, der über Untersuchungshaft oder Unterbringung in einer Fachklinik entscheiden würde.

Der Täter hatte selbst bei der Polizeieinsatzzentrale angerufen und angegeben, in seiner Wohnung zu sein und Schusswaffen zu besitzen. Er gab an, geschossen zu haben und kündigte an, sich nicht widerstandslos ergeben zu wollen. Dies löste einen Großeinsatz aus, der bis tief in die Nacht andauerte.

Berngaus Erster Bürgermeister Thomas Meier beschrieb die Situation vor Ort mit den Worten: "Die Betroffenheit ist enorm" und "Die Stimmung ist tatsächlich fatal." In der Gemeinde herrsche Unverständnis über die Tat, die Menschen hätten Mitgefühl mit den Angehörigen.

Innenminister Herrmann kündigte an, den Fall mit den bayerischen Landratsämtern zu besprechen. Er betonte allerdings, dass im Freistaat jährlich etwa 10.000 solcher Waffenkontrollen stattfänden und es in den vergangenen Jahren keine vergleichbaren Vorfälle gegeben habe. Die bisherigen Erkenntnisse würden noch keine Hinweise darauf geben, was künftig anders gemacht werden könne, sagte Herrmann. Man werde aber mit den Kreisverwaltungsbehörden die Abläufe solcher Kontrollen besprechen.

Source: n-tv

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