Bekennerschreiben nach Raketenangriff auf Kraftwerk Jänschwalde aufgetaucht
Nach dem Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Polizei prüft dessen Echtheit.

Einzeltäter bekennt sich zu Angriff mit Selbstbauraketen
Nach dem Angriff auf das Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs ist laut 20 Minuten ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Das Brandenburger Polizeipräsidium in Potsdam bestätigte am Donnerstag, über das Schreiben informiert worden zu sein. «Die Authentizität des Schreibens ist Gegenstand weiterer Ermittlungen und kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden», teilte die Behörde mit. Weitere Angaben würden «aus ermittlungstaktischen Gründen» nicht gemacht.
Der «taz» zufolge bekennt sich im Schreiben ein Einzeltäter zu der Tat und schildert detailliert die verwendeten Selbstbauraketen. «Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht», zitiert die Zeitung aus dem Dokument. Der Verfasser wolle dieses Leid «abwenden oder vermindern».
Das handschriftlich verfasste Schreiben wurde laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen aufgegeben. Die «taz» traf an der angegebenen Adresse nur ein anderes Familienmitglied an, das nach eigenen Angaben nichts von der Tat oder dem aktuellen Aufenthaltsort des Mannes wusste — die Handschrift eines Angehörigen erkannte es jedoch.
Der Angriff hatte sich am Dienstag ereignet. Dabei wurden laut Netzbetreiber 50Hertz «selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln», eingesetzt. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) erklärte, es sei versucht worden, eine Verbindung zwischen der Höchstspannungsleitung und dem Erdboden herzustellen, um einen Kurzschluss auszulösen. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Terrorverdachts.
Source: 20 Minuten