Ex-BND-Chef Hanning wegen Spionage in Untersuchungshaft
Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes August Hanning sitzt nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Ihm wird Spionage und Landesverrat vorgeworfen.

Ex-BND-Chef Hanning festgenommen
Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning (80), sitzt wegen Spionageverdachts in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe erließ am Mittwoch Haftbefehl gegen den 80-Jährigen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Hanning war am Dienstag in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden.
Die Bundesanwaltschaft wirft Hanning geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor. Nach Informationen von BILD hatte Hannings Anwalt bereits während der Haftprüfung Akteneinsicht.
Hannings früherer Büroleiter beim BND, Manfred D., kam ebenfalls am Dienstag wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat in Untersuchungshaft. Die beiden arbeiten nach Angaben der Behörden mehr als zwanzig Jahre zusammen. Der Büroleiter soll ab 2010 gegen Bezahlung kontinuierlich interne BND-Erkenntnisse an Hanning weitergegeben haben, die dieser bei seiner Beratertätigkeit gewinnbringend genutzt haben soll.
In mindestens einem Fall soll Hanning geheime Informationen für eine Analyse verwendet haben, die für einen Mitarbeiter eines fremden Nachrichtendienstes bestimmt war. Die Bundesanwaltschaft konnte nicht feststellen, ob die Informationen den Empfänger erreichten. Das betroffene Land wurde nicht benannt.
Als BND-Chef (1998-2005) und später als Innenstaatssekretär (2005-2009) war Hanning an zentraler Stelle für die Sicherheit Deutschlands verantwortlich.
Source: BILD