Fahndung nach Strom-Saboteur Daniel V. (48): Polizei sucht europaweit

Nach einer Serie von Anschlägen auf Umspannwerke in Brandenburg, NRW und Sachsen fahndet die Polizei europaweit nach dem 48-jährigen Daniel V.

Europäische Fahndung nach mutmaßlichem Saboteur der Stromversorgung

Die Polizei Potsdam hat Fotos des 48-jährigen Daniel V. veröffentlicht und fahndet nach ihm europaweit. Wie BILD berichtet, steht der Mann im Verdacht, hinter einer Anschlagsserie auf Umspannwerke in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zu stecken.

Am Freitag durchsuchten Beamte des SEK sein Wohnhaus in Gevelsberg (NRW) sowie einen auffälligen Lastwagen im Bereich des Hambacher Forsts — an beiden Orten ohne Erfolg. Der Verdächtige blieb unauffindbar.

Bekennerschreiben mit vollem Namen und Adresse

Daniel V. soll ein Bekennerschreiben verschickt haben, in dem er seinen vollen Namen und seine Wohnanschrift nannte. NRW-Innenminister Herbert Reul (74, CDU) erklärte: „Stand jetzt bewerten wir die Briefe als authentisch. Der Verfasser nennt als Motiv den Kampf gegen fossile Brennstoffe." Reul bezeichnete das Nennen des vollen Namens als „sehr ungewöhnlich, relativ selten" und betonte, es werde geprüft, ob er tatsächlich allein handelte.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) äußerte sich ebenfalls: „Nach aktuellem Stand muss man hier von Klimaextremismus ausgehen."

Anschlagserie von Brandenburg bis Sachsen

Den Auftakt bildete ein Angriff auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack (Brandenburg): Am Dienstag wurden mit selbstgebauten Raketen und Kupferdrähten Kurzschlüsse ausgelöst, woraufhin mehrere Blöcke des dortigen Braunkohlekraftwerks abgeschaltet werden mussten.

Am Mittwoch folgte ein Anschlag auf ein Umspannwerk bei einem Braunkohlekraftwerk nahe Bergheim in Nordrhein-Westfalen, am Donnerstag ein weiterer in Dormagen. Anfang der Woche wurden in Sachsen — bei Görlitz und Bautzen — Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden, die ebenfalls Daniel V. zugeschrieben werden.

Suchaktion im Hambacher Forst bis in die Nacht

Die letzte bekannte Spur führt zum Lastwagen des Verdächtigen, den Beamte am Hambacher Forst — einem Braunkohleabbaugebiet zwischen Aachen und Köln — sicherstellten. Nach dem Fund des leeren Fahrzeugs durchsuchte eine Hunderschaft das Gebiet, auch Mantrailer-Hunde kamen zum Einsatz. Die Suche zog sich bis in die Nacht. Ob Daniel V. in diesem Gebiet weitere Anschläge geplant hatte, ist laut Polizei unklar; in seinem Bekennerschreiben formulierte er den Kampf gegen fossile Energieformen als ausdrückliches Ziel.

Am Samstag laufe die Fahndung auf Hochtouren weiter, jedoch bislang ohne Ergebnis, teilte die Polizei Köln auf BILD-Nachfrage mit.

Hinweise erbeten

Die Polizei hat ein Hinweistelefon unter der Nummer 0331–505950 eingerichtet, das rund um die Uhr erreichbar ist. Gesucht werden Zeugen, die den auf den veröffentlichten Fotos abgebildeten Mann erkennen oder Angaben zu seinem Aufenthaltsort machen können.

Source: BILD

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