Hackerangriff auf Berliner Senat: 5,26 Terabyte im Darknet veröffentlicht

Die Hackergruppe „Rhysida" hat nach gescheiterter Lösegeldforderung über 1,4 Millionen Dateien der Berliner Senatsverwaltung im Darknet veröffentlicht.

Berliner Datenleck: Hacker stellen Millionen Verwaltungsdokumente ins Darknet

Geheime Unterlagen der Berliner Senatsverwaltung sind nach einem massiven Hackerangriff im Darknet gelandet. Wie BILD berichtet, umfasst das veröffentlichte Material rund 5,26 Terabyte mit mehr als 1,4 Millionen Dateien — darunter hochsensible Daten zu Sicherheitsbehörden, Privatpersonen und Unternehmen.

Zwischen dem 7. und 12. August verschafften sich die Angreifer Zugang zu den Systemen der Berliner Verwaltung und luden gewaltige Datenmengen herunter. Anschließend forderten sie 30 Bitcoin — umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Berliner Senat lehnte die Zahlung ab. Nachdem das Ultimatum verstrichen war, stellte die Hackergruppe „Rhysida" — benannt nach einem giftigen Tausendfüßler — die gesamte Beute am Freitagnachmittag öffentlich ins Darknet.

Kritische Infrastruktur und Personaldaten betroffen

Der Datensatz enthält interne Unterlagen aus verschiedenen Fachbereichen der Senatsverwaltung, Dokumente zu politischen Entscheidungsprozessen sowie vertrauliche Verwaltungsakten. Laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" finden sich darunter auch eingescannte Ausweise, Zeugnisse und weitere sensible Personaldokumente.

Besonders brisant: Zu den abgegriffenen Unterlagen gehören Notfall- und Krisenpläne sowie Informationen zur Trinkwasserversorgung. In den Dateien unter der Kategorie „Verteidigung" soll sich laut BILD auch Material zur Abwasserentsorgung für den Krisen- und Katastrophenfall befinden. Experten warnen, der Leak könnte die Sicherheit der Hauptstadt erheblich gefährden.

Der „Tagesspiegel" berichtet zudem von Reha-Unterlagen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und ärztlichen Attesten, die im Netz einsehbar sind. Selbst vertrauliche Disziplinarakten wurden demnach veröffentlicht — teils mit der Kennzeichnung „Vertrauliche Personalsache!".

Baupläne des Kanzleramts und Beamtendaten im Netz

Der „Spiegel" meldet, dass mehr als 550 Dateien zum Bau der Kanzleramts-Erweiterung abgeflossen sind, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen des Landeskriminalamts. Daneben wurden zahlreiche private Daten von Landesbeamten veröffentlicht: Geburtsurkunden, Abwesenheitslisten, Telefonnummern und Wohnadressen gehören demnach ebenfalls zum Datensatz. Ist ein Datensatz erst im Darknet, gilt er als dauerhaft zugänglich — Kopien können weltweit gespeichert und jederzeit neu verbreitet werden.

Senat prüft, Bürgermeister schweigt

Auf dem offiziellen Hauptstadtportal sind bislang nur wenige Angaben zum Vorfall zu finden. IT-Forensiker prüfen die veröffentlichten Daten, wie es dort heißt. Parallel bereiten die Behörden Benachrichtigungen für mögliche Betroffene vor. Eine Bürger-Hotline existiert noch nicht.

Die Senatskanzlei warnt ausdrücklich vor Identitätsmissbrauch: Wer eigene Daten im Netz entdeckt oder Hinweise auf Betrug erkennt, solle umgehend Strafanzeige erstatten.

Auf eine Anfrage von BILD reagierte der Berliner Senat nicht. Auch Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) äußerte sich bis Samstagmorgen nicht öffentlich zu dem Vorfall. Er hatte den Freitagabend gemeinsam mit Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) beim Frauen-Basketball-WM-Spiel gegen Spanien in der Berliner Uber-Arena verbracht.

Source: BILD

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