Hamburg: Urteile in Iran-Spionage-Prozess erwartet
Zwei Männer stehen in Hamburg vor Gericht, angeklagt der Spionage für den Iran und Vorbereitung antisemitischer Anschläge. Die Bundesanwaltschaft fordert Freiheitsstrafen.

Urteile im Iran-Spionage-Prozess Hamburg
Nach drei Monaten Verhandlung vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht erwartet der Gerichtssaal am heutigen Tag die Urteile gegen zwei Angeklagte. Laut ndr.de wirft die Bundesanwaltschaft dem 54-jährigen Hauptangeklagten vor, als Agent des iranischen Mullah-Regimes Brand- und Mordanschläge in Deutschland vorbereitet zu haben. Der Mann soll mehrfach in den Iran gereist und dabei den zweiten Angeklagten für die Operationen rekrutiert haben.
Ziele der geplanten Anschläge sollten nach den Ermittlungen koschere Läden in Berlin sein, wie ndr.de berichtet. Zusätzlich hatten die mutmaßlichen Agenten zwei Privatpersonen im Visier: Volker Beck, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, sowie Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden.
Die Festnahmen beider Männer erfolgten im Vorjahr nach Hinweisen dänischer Geheimdienste. Die Bundesanwaltschaft fordert für den 54-Jährigen achteinhalb Jahre Haft, für seinen mutmaßlichen Komplizen viereinhalb Jahre. Volker Beck hatte versucht, als Nebenkläger in das Verfahren einzutreten, was das Oberlandesgericht jedoch abgelehnt hatte – es gebe keinen vollendeten Anschlagsversuch, nur Vorbereitungshandlungen, die nicht ausreichten.
Source: Google News DE — Crime (de)