Laden-Betreiber in Berlin-Kreuzberg nach Attacke angeklagt
Ein 67-jähriger Kiezladen-Betreiber wurde Anfang Oktober von mehreren Personen attackiert und mit Pfefferspray besprüht. Hintergrund soll ein Plakat mit der Aufschrift „Ich stehe auf der Seite der Juden" gewesen sein.

Überfall auf Laden-Betreiber in Kreuzberg — Antisemitismus als Motiv
Ein langjähriger Betreiber eines politischen Kiezladens in Berlin-Kreuzberg ist Anfang Oktober Ziel einer gewalttätigen Attacke geworden. Wie der Kolumnist Harald Martenstein in BILD berichtet, wurden der 67-Jährige und sein Laden M 99 von sechs bis acht Personen, teilweise erst zehn Jahre alt, andere etwa 15 Jahre alt, überfallen. Die Angreifer schlugen den Betreiber, besprühten ihn mit Pfefferspray und beschimpften ihn mit rassistischen Beleidigungen.
Der Mann sitzt seit einem früheren Unfall im Rollstuhl und erlitt bei der Attacke Kopfverletzungen. Nach Angaben Martensteins hatte der Laden ein Plakat des Popstars Boy George im Fenster angebracht, auf dem dessen aktueller Songtext zu sehen war — darunter der Satz „Ich stehe auf der Seite der Juden". Am darauffolgenden Tag kamen die Angreifer erneut, brüllten „Bist du Jude?" und bedrohten den Betreiber wiederum.
Der M 99 ist seit Jahrzehnten als Treffpunkt der autonomen Szene bekannt. Der Laden wurde der Darstellung zufolge bislang 54 Mal von der Polizei durchsucht. Der Betreiber muss nun unter Polizeischutz arbeiten. Nach dem Überfall wird eine antisemitisch motivierte Attacke als Grund für die Gewalt angenommen.
Source: BILD