Polizeieinsatz an Stromanlage in Hamm: Fünf Personen festgestellt

Nach Sabotageangriffen auf das Stromnetz in NRW rückte die Polizei zu einem ehemaligen Umspannwerk in Hamm aus. Fünf Personen wurden aufgegriffen und zur Befragung mitgenommen.

Großeinsatz bei stillgelegtem Umspannwerk in Hamm

Wie Google News DE — Crime (de) berichtet, hat ein verdächtig abgestelltes Fahrzeug in der Nähe eines ehemaligen Umspannwerks in Hamm einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Zahlreiche Streifenwagen sowie ein Hubschrauber rückten am Abend zu dem Gelände an einer Landstraße bei einem Waldstück aus. Zuvor hatte der „Hellweger Anzeiger" über den Vorfall berichtet.

Ein Polizeisprecher erklärte, bei der betroffenen Anlage handele es sich um ein seit Längerem außer Betrieb genommenes Umspannwerk. Laut WDR stellte die Polizei im Bereich des Geländes eine Manipulation fest und entdeckte das abgestellte Auto. Das Objekt wurde umstellt, fünf Personen wurden aufgegriffen und zur Befragung auf die Wache gebracht.

Ob die Stromanlage tatsächlich das Ziel der Fünf war, bleibt unklar. Der „Westfälische Anzeiger" schreibt unter Berufung auf die Polizei, es gebe derzeit keine Hinweise auf eine Manipulation der Anlage selbst — möglicherweise sei lediglich der Zaun überwunden worden. Ganz in der Nähe liegt der Schacht Sandbochum, ein stillgelegter Wetterschacht, der als sogenannter „Lost Place" Fotografen und andere Interessierte anzieht.

Verdächtiger in NRW weiter auf der Flucht

Der Einsatz in Hamm fällt in eine Serie von Sabotageakten gegen das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen. Am Donnerstagabend entdeckte ein Spaziergänger einen verdächtigen Gegenstand an einem Umspannwerk in Dormagen, zwischen Köln und Düsseldorf. Die Polizei wertet den Fund als Sabotagedelikt; möglicherweise handele es sich um eine „verdächtige Abschussvorrichtung", sagte ein Sprecher in der Nacht.

Am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen und einem Umspannwerk in Eschweiler durchkämmten Einsatzkräfte heute weiträumig die Umgebung. In Bekennerschreiben war Weisweiler als weiterer Tatort genannt worden. Die Briefe sollen nach dpa-Informationen von einem Mann aus Gevelsberg bei Hagen stammen, der darin die jüngsten Angriffe auf das Energienetz in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen für sich reklamierte.

NRW-Innenminister Herbert Reul teilte mit, die Polizei habe in Niederzier bei Düren das Fahrzeug des 48-jährigen Tatverdächtigen gestürmt. Der Mann befand sich jedoch nicht darin; vermutlich sei er zu Fuß geflohen. Das im Wald abgestellte Fahrzeug wird auf Spuren untersucht, wie Markus Gemünd, Leiter der Staatsschutz-Abteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium, erklärte.

Bereits zuvor hatte die Polizei ein Wohnhaus der Familie des Gesuchten in Gevelsberg durchsucht, ohne ihn anzutreffen. Bei einer Pressekonferenz gab Reul bekannt, in der Wohnung des Mannes sei Sprengstoff gefunden worden — konkret die Stoffe Kaliumnitrat und Kaliumperchlorat.

Source: Google News DE — Crime (de)

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