Prozess in Wallenhorst: Urteil nach Tötung der Mutter
Ein 46-Jähriger soll seine Ehefrau im Februar erstochen haben. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, die Verteidigung acht Jahre.

Staatsanwalt fordert Lebenslange Strafe
Wie ndr.de meldet, könnte am Osnabrücker Landgericht in Kürze das Urteil im Fall einer in Wallenhorst getöteten Mutter fallen. Der Staatsanwalt wertete die Tat als Mord und forderte für den 46-jährigen Angeklagten lebenslange Freiheitsstrafe. Dieser hatte die Tötung seiner Ehefrau im August vor Gericht eingeräumt und sagte, er habe sie im Affekt erstochen.
Der Mann beschrieb die Tat als spontane Reaktion auf die zerrüttete Beziehung und Vorwürfe seiner Partnerin. Die Staatsanwaltschaft sah jedoch Vorsatz und Heimtücke. Nach Angaben des Anklägers trug die 39-jährige Frau noch ihren Schlafanzug, als sie am Morgen des Vorfalls Butterbrote schmierte und Kaffee kochte. Der Ehemann habe sie dann bewusst in einen anderen Raum gelockt.
Die Frau habe zu keinem Zeitpunkt mit der Attacke gerechnet und sei wehrlos gewesen. Der Staatsanwalt argumentierte, der Angeklagte habe ihre Wehrlosigkeit ausgenutzt und sie gezielt von hinten angegriffen.
Verteidigung fordert Totschlag
Die Verteidigerin des Mannes plädierte auf Totschlag und forderte eine Haftstrafe von nicht mehr als acht Jahren. Sie widersprach insbesondere dem Vorwurf der Heimtücke und versuchte vor Gericht mit einem selbstgebastelten Messer zu zeigen, dass ihr Mandant die Frau von vorne, nicht von hinten angegriffen habe. Die Verteidigerin verwies auf das schwierige Verhältnis des Paares und beschrieb die Auseinandersetzung am Tatmorgen als Auslöser für eine spontane Handlung.
Hintergrund
Die 39-jährige Mutter von Drillingen starb am 12. Februar. Sie wurde mit schweren Verletzungen in ihrem Haus entdeckt. Rettungsversuche waren vergeblich. Der Fall hatte in der Region für großes Bestürzungsaufsehen gesorgt. Der Schützenverein Halen organisiert Spenden zugunsten der hinterbliebenen Kinder.
Source: Google News DE — Crime (de)