Remmo-Sohn postet Chat mit Linken-Politiker Koçak nach Wahlparty-Skandal

Firas Remmo veröffentlichte auf Instagram einen Chat mit Bundestagsabgeordnetem Ferat Koçak. Die Linken-Chefin kündigte Klärungsgespräche an.

Remmo-Sohn postet Chat mit Linken-Politiker Koçak nach Wahlparty-Skandal

Chat zwischen Remmo-Sohn und Linken-Abgeordnetem wird öffentlich

Firas Remmo, Sohn des Berliner Clan-Bosses Issa Remmo, hat auf Instagram den Screenshot eines Chat-Verlaufs mit dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak veröffentlicht. Das berichtet t-online.de. Der freie Journalist Peter Rossberg machte als Erster auf das Posting aufmerksam.

Der Chat ist auf den 17. Februar datiert. Darin sprechen sich Remmo und Koçak gegenseitig mit „Bruder" an. Koçak schreibt: „Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater." Außerdem bat er Firas Remmo, einen Ausschnitt aus Koçaks Bundestagsreden zu verbreiten. In dem Clip argumentiert Koçak, die Einstufung von Menschen als Clanmitglieder „allein aufgrund ihres Nachnamens" sei pauschal und unzulässig. Clankriminalität sei „kein klar definierter Straftatbestand", sondern „ein politischer Kampfbegriff".

Firas Remmo veröffentlichte das Video am späten Sonntagabend auf Instagram und postete unmittelbar danach den Chat-Screenshot. Den Screenshot versah er mit dem Kommentar: „Wir sind Teil von etwas Großem. Wir stehen zusammen, wir halten zusammen und wir kämpfen gemeinsam für unsere Ziele." Man sei nicht da, um „nur dabei zu sein", sondern „um zu schaffen, zu bewegen und zu gewinnen". Weiter schrieb er: „Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team."

Reaktionen aus der Parteiführung

Linken-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner sagte zu dem Posting: „Wir werden das mit Herrn Koçak klären." Sie war dem Vernehmen nach bereits über die Veröffentlichung informiert.

Der Vorfall folgt auf einen Eklat rund um die Wahlparty des Neuköllner Bezirksverbands der Linken. Issa Remmo war dort nach dem Wahlerfolg der Partei bei der Abgeordnetenhauswahl erschienen. Ein Parteisprecher erklärte gegenüber t-online.de, Remmo sei nicht eingeladen gewesen und die Veranstaltung sei öffentlich zugänglich gewesen.

Bjoern Thielebein, Landesgeschäftsführer der Berliner Linken, äußerte sich deutlich: „Typen wie er sind definitiv nicht Verbündete von uns. Er war weder eingeladen noch stand er auf irgendeiner Gästeliste. Alles, was man über diesen Menschen hört und weiß, ist widerlich." Remmo sei hinausbegleitet worden.

Bezirksverband weist Verbindungen zurück

In einer weiteren Stellungnahme distanzierte sich die Partei erneut. Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand der Neuköllner Linken erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste. Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person." Remmos Besuch der Wahlparty habe daran „selbstverständlich nichts geändert".

Source: Google News LU DE

Read this article in English