Sabotage an Umspannwerken in NRW: Polizei fahndet weiter nach Daniel V.
Ein 48-Jähriger aus Gevelsberg soll Anschläge auf Umspannwerke in NRW, Brandenburg und Sachsen verübt haben. Der Tatverdächtige ist weiterhin flüchtig.
Verdächtiger nach Umspannwerk-Anschlägen weiterhin auf der Flucht
Wie www1.wdr.de berichtet, fahndet die Polizei weiterhin nach einem 48-jährigen Mann namens Daniel V., dem Sabotageakte an Umspannwerken in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen zur Last gelegt werden. Bis in die Nacht zum Samstag durchkämmten Spezialeinsatzkräfte ein Waldstück am Hambacher Forst – dort war zuvor ein zu einem Wohnmobil umgebauter Lkw des Gesuchten aufgefunden worden. Der Mann selbst blieb verschwunden.
Daniel V. gilt als mutmaßlicher Verfasser zweier als authentisch eingestufter Bekennerschreiben. Die handschriftlich verfassten Briefe, hinterlegt mit einer Adresse in Gevelsberg, begründen die Anschläge mit Kritik an der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Zugleich werden darin die Rüstungsindustrie angeprangert und der „Völkermord in Palästina" thematisiert.
Nach dem Auftauchen der Schreiben stürmten Polizeibeamte am Freitag die Wohnung des Tatverdächtigen in Gevelsberg und stellten dort Sprengstoff sicher.
Dobrindt spricht von Klimaextremismus
Auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf äußerten sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu den Vorfällen. Dobrindt wollte angesichts laufender Ermittlungen „keine abschließende Beurteilung vornehmen", erklärte jedoch: „Nach aktuellem Stand muss man hier von Klimaextremismus ausgehen." Reul ergänzte, geprüft werde ein linksextremistischer Hintergrund – nicht ausgeschlossen sei aber auch fremdstaatliche Sabotage.
Anschläge an mehreren Standorten
Die Anschläge auf Umspannwerke bei Jänschwalde in Brandenburg und Bergheim in NRW erfolgten am Dienstag. Zwei Tage später wurden mutmaßliche Abschussvorrichtungen an einem Umspannwerk in Dormagen entdeckt. Einem Hinweis aus dem Bekennerschreiben folgend, durchsuchte die Polizei am Freitag das Gelände rund um das Kraftwerk Weisweiler bei Aachen – dabei wurden zahlreiche dünne Drähte sichergestellt.
In Sachsen, nördlich von Bautzen, fand die Polizei am Freitag ebenfalls Sprengvorrichtungen, die entschärft werden mussten. Das sächsische Innenministerium teilte mit, an zwei Fundorten seien vier Objekte gesichert worden.
Auffällig ist die geografische Verteilung der Tatorte: Sämtliche Standorte befinden sich in der Nähe aktiver Braunkohleabbaugebiete. Laut dem Branchenverband DEBRIV wird in Deutschland noch in Nordrhein-Westfalen, im Süden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts sowie im Osten und Westen Sachsens Braunkohle abgebaut.
Source: Google News DE — Crime (de)