Zahnarzt-Anästhesist zu 13 Jahren Haft verurteilt nach Kindstod

Ein Narkosearzt wurde wegen Mordes zu 13 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Eine Vierjährige starb 2021 nach kontaminiertem Narkosemittel in seiner Praxis.

Zahnarzt-Anästhesist zu 13 Jahren Haft verurteilt nach Kindstod

Zahnarzt-Anästhesist zu 13 Jahren Haft verurteilt nach Kindstod

Nach dem Tod einer Vierjährigen in einer Zahnarztpraxis in Kronberg hat das Frankfurter Landgericht den Anästhesisten zu 13 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Der Richter befand den Mann gemäß n-tv des Mordes und des versuchten Mordes in drei Fällen schuldig. Die Anklage hatte argumentiert, der Deutsche habe seine schweren Behandlungsfehler vertuschen wollen.

Im September 2021 spritzte der Arzt vier Kindern verunreinigtes Narkosemittel und beging weitere eklatante Hygienefehler. Alle vier erlitten eine Blutvergiftung. Die Vierjährige starb noch in der Nacht auf dem Zahnarztstuhl. Ein Junge und ein weiteres Mädchen wurden auf der Frankfurter Uniklinik künstlich beatmet und überlebten nur knapp.

In der ersten Verhandlung vor einer anderen Kammer desselben Gerichts war der Angeklagte wegen Totschlags zu zehneinhalb Jahren verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof ein und hatte eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Sie argumentierte, der Anästhesist habe seine Fehler verdecken wollen und das Leben seiner Patienten aufs Spiel gesetzt.

Die Verteidigung widersprach dieser Darstellung. Hätte er eine Vertuschung beabsichtigt, wäre es in seinem Interesse gewesen, den Tod des Mädchens und damit intensive Ermittlungen zu verhindern. Der Anwalt begründete das Verhalten stattdessen mit Übermüdung und Überarbeitung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Source: n-tv

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