Zwölf Sprengsätze an Hochspannungstrassen in Sachsen entdeckt und entschärft

Die Polizei hat in Ostsachsen zwölf selbst hergestellte Sprengvorrichtungen an Stromtrassen gefunden. Verbindungen zu ähnlichen Anschlägen in Brandenburg und NRW werden geprüft.

Zwölf Sprengsätze an Hochspannungstrassen in Sachsen entdeckt und entschärft

Sprengstoffanschlag auf Stromnetz: Zwölf Vorrichtungen in der Lausitz sichergestellt

In Ostsachsen hat die Polizei insgesamt zwölf selbst hergestellte Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen entdeckt und entschärft. Wie DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität) berichtet, hätten die Sprengsätze durch einen Kurzschluss Schäden an elektrischen Hochspannungsleitungen herbeiführen sollen. Spezialisten des Landeskriminalamtes machten die Geräte unschädlich. Zu Stromausfällen oder einer Gefährdung der Bevölkerung kam es nicht.

Die Ermittler wurden in zwei Bereichen fündig: im Umfeld des Umspannwerks Bärwalde nahe Lippen sowie östlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife. Beide Orte liegen in der Lausitzer Braunkohleregion, nahe der Grenze zu Brandenburg. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter Störung öffentlicher Betriebe und versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage.

Ausgelöst wurde der Polizeieinsatz am Freitag durch „behördenübergreifende Informationen" sowie den Hinweis eines aufmerksamen Bürgers. Die Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden prüfen derzeit mögliche Verbindungen zu gleichartigen Vorfällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. „Die sächsischen Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden stehen mit den betroffenen Ländern in enger Abstimmung", teilten die Behörden mit.

Die Suche nach weiteren Vorrichtungen dauert an. Rein vorsorglich werde die elektrische Infrastruktur in der Region weiter abgesucht, hieß es. Die Ermittler rufen die Bevölkerung zu Hinweisen auf: Von besonderem Interesse seien Bild- und Videomaterial sowie Beobachtungen verdächtiger Personen oder Fahrzeuge im Bereich von Hochspannungstrassen. „Jeder Hinweis kann für die Aufklärung der Vorfälle von Bedeutung sein", erklärten die Behörden.

Im Zusammenhang mit ähnlichen Anschlägen in anderen Bundesländern fahndet die Polizei mit einem Fahndungsfoto nach dem 48-jährigen Daniel V., der in Gevelsberg gemeldet und derzeit flüchtig ist. Der Tatverdächtige hatte sich selbst durch ein Bekennerschreiben zu erkennen gegeben.

Source: DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität)

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