EU ermittelt gegen Veruntreuung von Renovierungsgeldern nach Zugunglück bei Madrid
Nach dem Zugunglück mit 69 Todesfällen prüft die Europäische Staatsanwaltschaft, ob Gelder für Sicherheitsverbesserungen veruntreut wurden. Die Ermittlungen richten sich gegen Infrastrukturbetreiber und Behörden.

Ermittlungen wegen vermuteter Gelder-Veruntreuung
Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Veruntreuung von EU-Mitteln für die Zugstrecke zwischen Madrid und Sevilla, wie rp-online.de berichtet. Die Gelder waren für Verbesserungen der Sicherheit, Signalanlagen und Kommunikationssysteme bestimmt.
Spanische Behörden suchen derzeit nach Beweisen beim staatlichen Infrastrukturbetreiber Adif, der Zugsicherheitsbehörde und dem spanischen Rechnungshof. Es ist bereits das zweite Verfahren der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit EU-Geldern für diese meistbefahrene Hochgeschwindigkeitsstrecke Spaniens.
Hintergrund: zwei Kollisionen in einem Jahr
Am 28. Oktober kollidierten zwei Fernzüge südlich von Madrid. Das automatische Zugleitsystem war ausgefallen; ein Leitstellen-Mitarbeiter gab daraufhin offenbar falsche Anweisungen an die Lokführer. 69 Menschen starben. Bereits im Januar dieses Jahres waren auf derselben Trasse 46 Menschen bei einer ähnlichen Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge ums Leben gekommen.
Source: Die Zeit Kriminalität