Gewaltausbrüche bei Protesten in Mailand, Bologna und Turin – Dutzende Festnahmen
Bei Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten kam es in mehreren italienischen Städten zu Ausschreitungen. In Mailand wurden rund 50 Personen vorübergehend festgenommen.

Ausschreitungen in Italien: Steine, Wasserwerfer und Verletzte
Bei landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten ist es am Samstag in mehreren italienischen Städten zu gewaltsamen Zusammenstössen gekommen. Wie 20 Minuten unter Berufung auf Rai News berichtet, waren die Ausschreitungen in Mailand besonders heftig – auch Bologna und Turin waren betroffen.
Das Bündnis «Italia in Piazza» hatte zu den Kundgebungen aufgerufen. Die Teilnehmer verlangten tiefere Preise, höhere Löhne sowie Verbesserungen im Gesundheits- und Bildungswesen.
Mailand
Mehr als 5000 Menschen versammelten sich zunächst friedlich auf dem Domplatz, darunter zahlreiche Jugendliche und Familien mit Kindern. Als der Zug durch die Innenstadt zog, eskalierte die Lage: In der Via Broletto bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen und Knallkörpern, woraufhin die Einsatzkräfte gegen die Menge vorgingen. Später wurde eine Baustelle in Brand gesetzt; Schaufenster und Bushaltestellen wurden beschädigt. Die Polizei löste die Demonstration schliesslich auf.
Damit war die Gewalt noch nicht beendet. Rund 100 schwarz gekleidete Jugendliche zogen durch die Galleria Vittorio Emanuele II. Angestellte und Kunden verschanzten sich in Luxusgeschäften, während es draussen erneut zu Zusammenstössen kam. Rund 50 Personen wurden vorübergehend festgenommen, etwa zehn mussten ins Spital eingeliefert werden. Auch ein Polizist und eine Fotografin wurden verletzt.
Bologna
Vor dem Hauptbahnhof warfen vermummte Jugendliche Steine, Glasflaschen und Absperrgitter auf Polizisten. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Sieben Personen wurden angehalten; die Polizei prüft deren Beteiligung an den Vorfällen.
Turin
Auch in Turin verlief die Kundgebung nicht durchgehend friedlich. Eine Gruppe Jugendlicher drang in eine Buchhandlung am Bahnhof Porta Nuova ein und warf Bücher zu Boden. Bei anschliessenden Zusammenstössen mit der Polizei wurden zwölf Personen angehalten, darunter zehn Minderjährige.
Reaktion aus Rom
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Vorfälle scharf. «Demonstrieren ist ein Recht. Unsere Städte zu verwüsten, ist es nicht», schrieb sie in den sozialen Medien. Meloni forderte die Oppositionsparteien auf, die Gewalt eindeutig zu verurteilen, und warf Randalierern vor, die Proteste auszunutzen, um Chaos zu stiften und Sicherheitskräfte anzugreifen.
Source: 20 Minuten