Festnahme in Polen nach geplantem Attentat auf Ministerpräsident Tusk
In Niederschlesien wurde ein Mann festgenommen, der einen Anschlag auf Premier Tusk und Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz geplant haben soll.

Verdächtiger in Niederschlesien verhaftet – Anschlag auf Tusk vereitelt
Ein Mann ist in Niederschlesien festgenommen worden, dem ein geplanter Anschlag auf den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz vorgeworfen wird. Das berichtet news.at unter Berufung auf den Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski.
Innenminister Marcin Kierwinski bestätigte die Festnahme auf X. Regierungssprecher Adam Szlapka teilte dem Sender TVN24 mit, Tusk sei bereits am Sonntagmorgen informiert worden. „Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit", sagte Szlapka. Der Regierungschef habe trotzdem normal weitergearbeitet.
Kierwinski dämpfte am Sonntag bei TVP Info Spekulationen über einen ausländischen Hintergrund: Es sei „in diesem Stadium wahrscheinlich noch zu früh", von einem „Auslandsbezug" zu sprechen. Der Verdächtige scheine eher „ein Mann aus sehr radikalen Gruppen" zu sein, der über das Internet „sehr radikale Kontakte zu verschiedenen Personen" geknüpft habe.
Dobrzynski warnte vor Journalisten, bei den Sicherheitsbehörden gingen „Monat für Monat, Jahr für Jahr immer mehr Drohungen und beunruhigende Botschaften jeglicher Art" ein. Bei den aktuellen Informationen zum möglichen Attentatsversuch bestehe „eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Drohungen tatsächlich umgesetzt werden könnten".
Tusk ist seit Dezember 2023 erneut polnischer Regierungschef. Er hatte zuletzt vor Bedrohungen aus Russland – darunter Drohnen- und Raketenangriffe – gegen Länder gewarnt, die die Ukraine unterstützen. Warschau beschuldigte Moskau seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 wiederholt der „Sabotage"; Moskau weist diese Vorwürfe zurück.
Polen ist EU- und NATO-Mitglied, einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine und ein zentraler Umschlagsort für Militär- und Hilfsgüter. Das Land sieht sich wegen seiner Nähe zum Kriegsschauplatz selbst von Moskau bedroht und rüstet deutlich auf.
Es ist nicht der erste sicherheitsrelevante Vorfall dieser Art: Im August wurde ein 23-Jähriger verhaftet, dem Aufrufe zur Ermordung hochrangiger polnischer Politiker vorgeworfen wurden. Im Jahr 2024 berichtete Tusk zudem, nach dem Attentat auf den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico selbst Drohungen erhalten zu haben.
Parallel dazu befindet sich Polen wegen einer Serie von Messerattacken an Schulen bereits offiziell im Alarmzustand. Bei einem dieser Angriffe kam am Donnerstag ein Hausmeister ums Leben.
Source: Google News AT — Crime (de)