Fünf Briten unter Terrorverdacht bei RAF Fairford verhaftet, später freigelas­sen

Britische Behörden haben fünf Männer nahe dem US-Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford festgenommen. Alle wurden unter Auflagen wieder freigelas­sen; die Ermittlungen laufen weiter.

Fünf Briten unter Terrorverdacht bei RAF Fairford verhaftet, später freigelas­sen

Verdacht auf Anschlagsvorbereitung bei RAF Fairford

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung haben britische Behörden fünf Männer in der Nacht zum Sonntag nahe des von der US-Luftwaffe genutzten Militärstützpunkts RAF Fairford festgenommen. Die Verdächtigen, allesamt britische Staatsbürger zwischen 23 und 25 Jahren, sollen die Vorbereitung einer terroristischen Tat geplant haben. Ermittelt wird zudem wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Der Einsatz kam zustande, nachdem eine Anwohnerin die Polizei alarmiert hatte, weil sie drei Lieferwagen und eine Gruppe maskierter Männer in der Nähe des Stützpunkts beobachtet hatte. Die Anti-Terror-Polizei bestätigte, dass sich „mehrere neue Ermittlungsansätze" ergeben haben. Zu konkreten Details äußerten sich die Behörden zunächst nicht.

Am Montagnachmittag teilte die Anti-Terror-Polizei mit, dass alle fünf Verdächtigen unter Auflagen aus dem Gewahrsam freigelas­sen wurden. Ein Sprecher betonte, dass die Freilassung nicht das Ende der Ermittlungen bedeute. Vicki Evans, Senior National Coordinator bei der Anti-Terror-Polizei, erklärte: „Mir ist sehr bewusst, in welchem Ausmaß über die Motive hinter diesem Vorfall spekuliert wird und welche geopolitischen Fragen dabei aufgeworfen werden." Den Ermittlungen solle aber Raum gegeben werden, „damit sorgfältig und zielgerichtet gearbeitet werden" könne.

Die iranische Botschaft in London wies Spekulationen über eine Beteiligung des Irans entschieden zurück und verurteilte sie „aufs Schärfste". Berichten zufolge werden derzeit auch russische Sabotage und ein islamistisches Motiv nicht ausgeschlos­sen.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich zum Vorfall mit widersprüchlichen Aussagen. Am Sonntag sagte er in Chicago, die fünf Männer hätten „großen Schaden" anrichten wollen und die Festnahme sei „großartig" gewesen. Er lobte die Zusammenarbeit mit Großbritannien: „Wir hatten sie schon lange im Blick und haben sie geschnappt." Vor Reportern am Montag zeigte sich Trump jedoch überrascht über die Freilassungen: „Ich bin überrascht, dass sie sie freigelassen haben. Ich hätte das nicht getan."

Das für Europa zuständige US-Militärkommando Eucom teilte mit, dass es geeignete Maßnahmen ergreifen werde, um die Sicherheit von US-Soldaten und Zivilisten im europäischen Einsatzgebiet zu gewährleisten. Konkrete Angaben zu Schutzmaßnahmen machte es aus Sicherheitsgründen nicht.

Source: Süddeutsche Zeitung