Zwei Iraner in Großbritannien wegen geplantem Anschlag auf jüdische Gemeinde in Manchester angeklagt

Zwei Iraner wurden in Manchester festgenommen und wegen Planung eines Terroranschlags auf die jüdische Gemeinde angeklagt. Die Anti-Terror-Polizei geht von Verbindungen in den Iran aus.

Zwei Iraner in Großbritannien wegen geplantem Anschlag auf jüdische Gemeinde in Manchester angeklagt

Anschlagsplan gegen jüdische Gemeinde in Manchester vereitelt

Wie die Kleine Zeitung berichtet, sind in Großbritannien zwei iranische Staatsbürger wegen der mutmaßlichen Planung eines Terroranschlags auf die jüdische Gemeinde in Manchester angeklagt worden. Die Männer im Alter von 35 und 36 Jahren waren bereits am 20. September in Manchester festgenommen worden.

Laut Polizei sollen die Beiden Kontakt zu einer dritten Person im Ausland gehabt haben, die sich möglicherweise im Iran aufhält. Einzelheiten zu den konkreten Anschlagsplänen nannte die Behörde nicht. Die geplante Tat sollte demnach am Vorabend von Yom Kippur stattfinden — dem höchsten Feiertag im jüdischen Kalender. Eine fortbestehende Gefahr für die Öffentlichkeit schloss die Polizei aus.

Die Anti-Terror-Behörden teilten mit, die beiden Männer hätten versucht, Bauteile und Ausrüstung zur Herstellung eines improvisierten Sprengsatzes zu beschaffen, und hätten zudem Erkundungen an potenziellen Angriffszielen durchgeführt.

Ankündigung ein Jahr nach tödlichem Anschlag in Manchester

Die Anklage wurde genau ein Jahr nach dem tödlichen Angriff vor der Heaton-Park-Synagoge in Manchester bekanntgegeben. Bei jenem Anschlag an Yom Kippur 2025 waren zwei Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt worden. Der Täter war mit einem Fahrzeug in eine Menschengruppe gefahren und hatte anschließend mit einem Messer angegriffen. Polizisten erschossen ihn. Eines der Todesopfer wurde nach Polizeiangaben offenbar versehentlich durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe getötet.

Innenministerin: Iran nimmt jüdische Gemeinden ins Visier

Innenministerin Shabana Mahmood erklärte, Großbritannien sehe sich einer Reihe schwerwiegender Bedrohungen durch das iranische Regime ausgesetzt. "Sie nehmen unsere jüdischen Gemeinden ins Visier und versuchen, ihre Kritiker im Ausland zum Schweigen zu bringen, oftmals durch Stellvertreter und kriminelle Netzwerke, um ihre Beteiligung zu verschleiern", so Mahmood.

Die beiden Angeklagten seien nach Angaben der Ministerin vor mehreren Jahren mit einem kleinen Boot aus Europa nach Großbritannien gelangt. Einem der Männer sei Asyl gewährt worden, der andere habe einen noch laufenden Asylantrag.

Am Samstag sollen die Männer vor dem Westminster Magistrates' Court in London erscheinen.

Kein Zusammenhang mit Fairford-Fall

Ermittler betonten, zwischen den aktuellen Anklagen und einem separaten mutmaßlichen Komplott im Zusammenhang mit dem britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford bestehe kein Zusammenhang. In letzterem Fall wurde am Donnerstag eine Person mit britisch-iranischer Doppelstaatsangehörigkeit festgenommen.

Premierminister Andy Burnham erklärte, es gebe "starke Hinweise" auf eine Beteiligung des Iran in der Fairford-Affäre. Teheran wies jede Beteiligung zurück und bezeichnete entsprechende Spekulationen als Förderung "iranophoben Propagandas".

Großbritannien verzeichnet seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 und dem darauf folgenden Krieg im Gazastreifen einen Anstieg antisemitischer Vorfälle, darunter mehrere Angriffe auf jüdische Einrichtungen in London zu Beginn des Jahres.

Source: Kleine Zeitung