Mordprozess in Wien: „Dunkler Herrscher" gestand Tod von Jus-Studentin Jennifer S.

Am 27. August beginnt im Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen Mairon K., der gestanden hat, seine Ex-Freundin 2018 erwürgt zu haben.

Mordprozess in Wien: „Dunkler Herrscher" gestand Tod von Jus-Studentin Jennifer S.

Wiener Mordprozess: Ex-Freund gestand nach fast acht Jahren

Am Donnerstag, 27. August, beginnt im Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen Mairon K., einen heute 33-jährigen Niederösterreicher. Wie Google News AT — Crime (de) berichtet, wird ihm vorgeworfen, die damals 21-jährige Jus-Studentin Jennifer S. am 22. Jänner 2018 in ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau erwürgt und ihre Leiche anschließend versteckt zu haben. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Jennifer, von Familie und Freunden Jenni genannt, galt seit Jänner 2018 als vermisst. Am Abend vor ihrem Verschwinden war sie noch mit einer Freundin unterwegs; danach bat sie ihren damaligen Freund, sie abzuholen. An ihrer Wohnadresse wurde sie zuletzt lebend gesehen.

Ex-Freund früh im Fokus der Ermittler

Der Ex-Freund geriet schon damals ins Visier der Behörden. Jennifer hatte sich von ihm trennen wollen. Dennoch fehlten jahrelang entscheidende Beweise — eine Leiche gab es nicht, obwohl die Wohnung intensiv auf Spuren untersucht worden war.

In seinem späteren Geständnis schilderte der Beschuldigte, Jennifer während eines Streits in der Wohnung erwürgt zu haben. Ihre Leiche habe er zunächst in einer Kiste verstaut und in der Gegend von Großweikersdorf abgelegt. Als er befürchtete, die Ermittler könnten über die Ortung seines Handys auf das Versteck stoßen, brachte er die Überreste laut Anklage erneut weg — und verbarg sie schließlich am Rand des Truppenübungsplatzes Allentsteig im Waldviertel unter Ästen und Laub.

Mutter ließ den Fall nie ruhen

Jahrelang bestritt der Niederösterreicher jede Beteiligung am Verschwinden seiner Ex-Freundin. Jennifers Mutter hingegen war von Anfang an überzeugt, dass ihre Tochter nicht freiwillig verschwunden war. Sie organisierte Suchaktionen und ließ selbst nach möglichen Spuren graben.

Die entscheidende Wende kam über einen ungewöhnlichen Weg: Ein Bekannter der Mutter nahm unter einem Fake-Profil auf einer Dating-Plattform Kontakt mit dem Verdächtigen auf. Aus harmlosen Gesprächen entwickelten sich Chats und Sprachnachrichten, in denen der Mann laut Ermittlern ausführlich darüber sprach, wie man einen „perfekten Mord" begehen und eine Leiche verschwinden lassen könne.

Diese Aussagen brachten ihn erneut massiv ins Visier der Behörden. Nach neuerlichen Einvernahmen stellte der Mann sich im Dezember 2025 freiwillig bei der Polizei in Waidhofen an der Thaya, legte ein Geständnis ab und führte die Ermittler anschließend zum Versteck der sterblichen Überreste.

Namensänderung mit Tolkien-Bezug

Nach der Tat änderte der Angeklagte seinen Namen und nennt sich seither Mairon K. — eine Anspielung auf Mairon, den ursprünglichen Namen von Sauron, dem „dunklen Herrscher" aus J. R. R. Tolkiens „Herr der Ringe". Auch seine Gartenfirma soll laut Berichten einen auf Sauron zurückgehenden Namen getragen haben.

Psychiatrisches Gutachten und Antrag auf Unterbringung

Neben der Mordanklage prüft das Gericht auch die künftige Gefährlichkeit des Angeklagten. Ein psychiatrisches Gutachten kam laut bisherigen Berichten zum Ergebnis, dass Mairon K. zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig gewesen sein soll — gleichzeitig bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er künftig erneut schwere Straftaten begehen könnte. Die Staatsanwaltschaft Wien beantragte deshalb zusätzlich die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum.

Verteidigt wird der 33-Jährige von Strafverteidigerin Astrid Wagner. Die Verhandlung ist zunächst für zwei Tage angesetzt. Im Fall einer Verurteilung drohen zehn bis 20 Jahre Haft oder lebenslange Freiheitsstrafe.

Source: Google News AT — Crime (de)

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