19 Jahre vermisst: Polizei findet Überreste von Kerstin Lee Langley
Nach fast zwei Jahrzehnten haben Ermittler in der Oberpfalz Knochen gefunden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit der seit 2007 vermissten Regensburgerin gehören. Eine Verdächtige führte die Polizei zur Fundstelle.

Knochen in Oberpfalz identifiziert
Ermittler haben in Berg bei Neumarkt menschliche Knochen entdeckt, die nach rechtsmedizinischer Untersuchung »mit hoher Wahrscheinlichkeit« Kerstin Lee Langley gehören. Wie spiegel.de berichtet, war die damals 39-Jährige im Sommer 2007 von ihrem Bruder als vermisst gemeldet worden.
Langley lebte in Regensburg. Ihr damaliger Lebensgefährte erklärte, sie habe sich von ihm getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen weggefahren. Der Fall wurde zweimal in der Sendung »Aktenzeichen XY ... ungelöst« behandelt. Das Bayerische Landeskriminalamt bot 10.000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise aus.
Verdächtige führt Ermittler zur Fundstelle
Anfang 2025 meldete sich eine Verdächtige bei der Polizei und legete später ein umfangreiches Geständnis ab. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um eine Ex-Partnerin von Langleys damaligem Lebensgefährten. Sie führte die Ermittler zu der Ausgrabungsstelle, wo Anfang Oktober die Knochen entdeckt wurden. Bemerkenswert: Die Polizei hatte bereits 2012 nur wenige Hundert Meter entfernt gesucht, ohne Überreste zu finden.
Drei Tatverdächtige – einer bereits gestorben
Nach Polizeiangaben gehen Ermittler von drei Tatverdächtigen aus. Der damalige Partner Langleys ist bereits verstorben. Der zweite Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher erklärte, die Verdächtige habe zunächst versucht, Langley zu erwürgen. Als das misslang, habe der Mitbewohner – der dritte Tatverdächtige – übernommen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass sich alle drei »verabredeten, um Langley gemeinschaftlich zu töten«, so Rauscher. Sie hätten aus unterschiedlichen Gründen einen Groll gegen das Opfer gehegt. Der Haftbefehl gegen die zuletzt Verdächtigte erging Montagmittag.
Weitere Sucheinsätze geplant
Die Polizei wird unter anderem in Sulzbach-Rosenberg nach weiteren Überresten suchen – auch dort hatte die Verdächtige auf eine mögliche Fundstelle hingewiesen. Die Suche dort ist bislang erfolglos geblieben. Bisher wurden erst sechs Knochen ausgegraben. »Ich denke, wir haben eine Riesenchance, die Tat nach so einer langen Zeit endlich aufzuklären«, sagte Rauscher.
Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung