Darknet-Drogenmarkt „Archetyp Market": Mutmaßlicher Gründer vor Gericht
Ein 31-Jähriger steht in Frankfurt vor Gericht: Er soll die Darknet-Plattform „Archetyp Market" mit 330 Mio. Euro Umsatz betrieben haben.

Anklage in Frankfurt: Betreiber von „Archetyp Market" soll 330 Millionen Euro umgesetzt haben
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen den mutmaßlichen Gründer des Darknet-Marktplatzes „Archetyp Market" erhoben. Wie stern.de berichtet, soll der 31-jährige Deutsche die Plattform seit 2020 betrieben haben – bis zu ihrer Abschaltung im Jahr 2025.
Laut Bundeskriminalamt (BKA) wurden auf dem Marktplatz Drogen, Cannabisprodukte, neue psychoaktive Stoffe sowie Arzneimittel gehandelt. Allein zwischen November 2022 und der Abschaltung sollen rund 2,3 Millionen Bestellungen aufgegeben worden sein, mit einem Gesamtumsatz von etwa 330 Millionen Euro.
Den rund 600.000 Kundenkonten standen dabei etwa 17.000 Verkaufsangebote von rund 3.000 professionellen Verkäufern zur Verfügung, teilte das BKA mit. Als einziges Zahlungsmittel sei ausschließlich Kryptowährung akzeptiert worden.
Konkret sollen im genannten Zeitraum etwa 3,2 Millionen Pillen sowie 326 Liter verschiedener Betäubungsmittel – darunter Kokain, Fentanyl, Heroin und Crystal Meth – gehandelt worden sein. Ermittler sprechen von mehreren Hundert Millionen Euro Gesamtumsatz über die gesamte Laufzeit der Plattform.
Der Angeklagte soll an den Verkäufen mit rund fünf Prozent beteiligt gewesen sein. Über das eingerichtete Treuhandsystem und weitere Gebühren soll er nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt etwa 20 Millionen Euro eingenommen haben.
Im Juni 2025 wurde der Deutsche von einer Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei an seinem Wohnsitz in Barcelona festgenommen. Seitdem befindet er sich in Deutschland in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen stellten Behörden Kryptowährungen, Bargeld und Luxusfahrzeuge im Gesamtwert von rund zehn Millionen Euro sicher.
Dem Beschuldigten – bislang nicht vorbestraft – wird unter anderem unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln seit 2020 vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihm laut Mitteilung bis zu 15 Jahre Haft. Nun muss die Große Strafkammer des Landgerichts Frankfurt am Main über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.
Source: Google News AT — Crime (de)