Gefälschtes Polizeiprotokoll gibt neuen Hinweis auf Mordmotiv im Fall Cakici

Ein verfälschtes Sicherstellungsprotokoll könnte erstmals das Motiv im Vermisstenfall Rezan Cakici aus dem Jahr 2017 enthüllen. Die Polizei Oldenburg durchsuchte eine Wohnung in Niedersachsen.

Fälschung enthüllt: Verschwand Ex-Rocker Cakici wegen unterschlagener Drogenlieferung?

Neun Jahre nach dem spurlosen Verschwinden von Rezan Cakici könnte ein gefälschtes Polizeidokument erstmals Licht auf das mögliche Mordmotiv werfen. Wie BILD berichtet, entdeckten Ermittler bei der Durchsuchung einer Wohnung in Oldenburg (Niedersachsen) ein verfälschtes polizeiliches Sicherstellungsprotokoll, das offenbar dazu diente, eine mutmaßlich unterschlagene Drogenlieferung zu verschleiern.

Die Durchsuchung der Oldenburger Wohnung stand laut Polizei unmittelbar im Zusammenhang mit dem Fall Cakici. Was genau die Beamten suchten und was sie sicherstellen konnten, hält die Behörde mit Verweis auf das laufende Verfahren weitgehend zurück. Klar ist: Die Polizei geht weiterhin davon aus, dass Cakici getötet wurde.

Oldenburgs Polizeichef Thomas Weber erklärte: „Auch wenn die Tat bereits längere Zeit zurückliegt, haben wir nie aufgehört, nach neuen Ermittlungsansätzen zu suchen. Jetzt ist es uns gelungen, ein möglicherweise entscheidendes Puzzleteil zu finden."

Ob das gefälschte Protokoll und die mutmaßlich verschwundene Lieferung tatsächlich mit Cakicis Verschwinden zusammenhängen, müssen die Ermittler nun klären. Die zentrale Frage lautet: Musste Rezan Cakici sterben, weil Drogen unterschlagen worden waren?

Der letzte bekannte Tag: 3. Juli 2017

Cakici wurde zuletzt am 3. Juli 2017 gesehen. Der damals 29-jährige zweifache Familienvater hielt sich an jenem Abend in der Shisha-Bar seines Cousins in Oldenburg auf. Dort ließen die Ermittler später sein Portemonnaie, einen Porsche-Schlüssel und eine Waffe sicherstellen. Cakici selbst verschwand — seine Leiche wurde bis heute nicht gefunden, er wird offiziell als vermisst geführt.

Der Deutsch-Kurde pflegte Kontakte ins kriminelle Milieu und war Mitglied der Hells Angels in Bielefeld. 2014 soll er nach einem internen Streit vom Klub „Nomads Turkey Bielefeld" ausgeschlossen und in der Szene für vogelfrei erklärt worden sein. Ein direkter Zusammenhang zwischen seiner Rocker-Vergangenheit und dem mutmaßlichen Mord blieb bislang ungeklärt.

Jahrelange Suche nach dem Schlüsselhinweis

Über die Jahre versuchten die Ermittler immer wieder, das Geheimnis um das Verschwinden zu lösen. Eine auffällige Goldkette mit Kreuz-Anhänger, die Cakici kurz vor seinem Verschwinden trug — dokumentiert auf einer Aufnahme aus einer Bankfiliale vom selben Tag — wurde gesucht. Ein schwarzer Mercedes, der am Abend seines Verschwindens hinter der Shisha-Bar gesehen worden sein soll, rückte zeitweise in den Fokus. Zuletzt beschäftigte die Behörden das Gerücht über ein Handy-Video, das den Mord oder die Momente unmittelbar davor zeigen soll.

Bislang ließ sich keiner dieser Ansätze mit belastbaren Erkenntnissen untermauern. Das gefälschte Polizeiprotokoll gilt nun als bisher konkretester Hinweis auf ein mögliches Tatmotiv. Beweismittel und Spuren aus der jüngsten Durchsuchung werden derzeit ausgewertet.

Source: BILD

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