Halle gedenkt Anschlagsopfer von 2019 – AfD-Politiker Tillschneider von Synagoge ferngehalten

Halle erinnerte am Freitag mit Schweigeminute und Glockengeläut an die zwei Todesopfer des rechtsextremen Anschlags vom 9. Oktober 2019. AfD-Vizepräsident Tillschneider wurde von jüdischen Studenten am Zutritt zur Gedenkfeier gehindert.

Halle gedenkt Anschlagsopfer von 2019 – AfD-Politiker Tillschneider von Synagoge ferngehalten

Halle gedenkt Opfern des Synagogen-Anschlags – Menschenkette hält AfD-Politiker fern

Um 12:03 Uhr standen in Halle die Straßenbahnen still. Kirchenglocken läuteten durch die Innenstadt, während mit einer Schweigeminute an die Opfer des rechtsextremen und antisemitischen Anschlags vom 9. Oktober 2019 erinnert wurde – exakt zu dem Zeitpunkt, an dem damals die ersten tödlichen Schüsse fielen. Wie mdr.de berichtet, fanden die Gedenkveranstaltungen an mehreren Orten in der Stadt statt.

Bereits am Donnerstagabend hatten sich rund 230 Menschen am ehemaligen Döner-Imbiss in der Hallenser Innenstadt versammelt. Dort war Kevin S. erschossen worden – eines der beiden Todesopfer des Anschlags. Die viel befahrene Straße wurde gesperrt, der Straßenbahnverkehr ruhte zeitweise. Betroffene und Hinterbliebene ergriffen das Wort.

Auch an Jana L. wurde erinnert. Sie war damals vor der Synagoge erschossen worden. Der Frauenchor „Missklang", dem sie angehört hatte, sang in der Ludwig-Wucherer-Straße Lieder, die sie zu Lebzeiten mochte. Chorleiterin Viola Rieck nahm wie in den Vorjahren teil.

Im Tagesverlauf wurden an den Anschlagsorten Blumen und Kränze niedergelegt. Vor der Synagoge fand mittags eine Gedenkveranstaltung statt; eine zentrale Feier auf dem Marktplatz folgte um 17 Uhr.

Zu einem Zwischenfall kam es bei der Gedenkveranstaltung an der Synagoge: Der neu gewählte Landtagsvizepräsident Hans-Thomas Tillschneider von der AfD wollte daran teilnehmen. Jüdische Studenten versperrten ihm jedoch den Weg. „Wir lassen unser Gedenken nicht kapern", erklärten sie dabei.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein Rechtsextremist am jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in die Synagoge einzudringen. Als das misslang, erschoss er zwei Menschen und verletzte weitere. Der Täter wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt.

Source: Google News LU DE

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