Schütze von Berngau war ehemaliger Polizeianwärter
Ein 60-Jähriger tötete in der Oberpfalz zwei Behördenmitarbeiter bei einer Waffenkontrolle. Er war Ende der 1980er Jahre Polizeianwärter in Bayern, wurde jedoch vor Ausbildungsende entlassen.

Ermittlungen nach tödlicher Schießerei
Nach dem Tod von zwei Mitarbeitern des Landratsamtes bei einer Waffenkontrolle in Berngau haben Ermittler Einzelheiten über den Schützen bekannt gegeben. Wie DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität) berichtet, war der 60-Jährige 1988 Polizeianwärter in Bayern, wurde aber vor Ausbildungsende entlassen. Die Polizei machte keine Angaben zu den Gründen.
Der Mann soll am Donnerstag einen 45-jährigen Mitarbeiter des Landratsamtes und dessen 54-jährige Kollegin erschossen haben. Die beiden waren zu einer routinemäßigen und unangekündigten Waffenkontrolle zu ihm gefahren. Der 60-Jährige besaß als Sportschütze und Jäger zehn legal registrierte Waffen.
Gegen 14 Uhr verständigten Anwohner nach Schussgeräuschen den Notruf. Der Schütze meldete sich auch selbst bei der Einsatzzentrale, gab zu, geschossen zu haben, und teilte mit, dass er bewaffnet sei und sich nicht widerstandslos ergeben werde. Nach stundenlanger Verschanzung nahmen Spezialkräfte der Polizei den 60-Jährigen gegen 2.20 Uhr nachts fest. Dabei fielen Schüsse, bei denen der Mann verletzt wurde.
Der Verdächtige wurde unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus gebracht, wo er sich noch am Samstag befand. Nach seiner medizinischen Behandlung soll er einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser würde dann über Untersuchungshaft oder Unterbringung in einer Fachklinik entscheiden.