Schönheitschirurg in Marbella erschossen: 18-jähriger Schwede festgenommen
Nach dem Mord an einem Schönheitschirurgen in Marbella hat die spanische Polizei einen 18-jährigen Schweden festgenommen. Die Behörden gehen von einem Auftragsmord aus.

Verdächtiger nach Auftragsmord an Klinikleiter in Marbella in Gewahrsam
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Schönheitschirurgen im spanischen Nobelbadeort Marbella hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Wie die Kleine Zeitung berichtet, handelt es sich laut spanischen Medien um einen 18-jährigen Schweden. Ein Polizeisprecher bestätigte die Festnahme, machte jedoch keine weiteren Angaben – der zuständige Ermittlungsrichter hatte eine Nachrichtensperre angeordnet.
Der Angriff ereignete sich am Mittwoch gegen 18.00 Uhr. Ein Vermummter betrat die Klinik, begab sich direkt zu dem Arzt und erschoss ihn mit mehreren Kopfschüssen. Rettungssanitäter konnten dem 57-jährigen Opfer nicht mehr helfen; er starb noch am Tatort. Der Täter floh anschließend auf einem Motorrad.
Spanische Medien berichteten unter Berufung auf informierte Kreise, der Verdächtige sei erst kurz vor der Tat nach Spanien eingereist, habe Unterstützer vor Ort gehabt und das Land unmittelbar nach dem Mord wieder verlassen wollen. Laut der Zeitung „El Mundo" sei ihm dabei ein „kleiner Fehler unterlaufen", was zu seiner raschen Festnahme am Donnerstag geführt habe. Welcher Art dieser Fehler war, wurde nicht bekannt.
Die Ermittler gehen von einem Auftragsmord aus. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, wer die Tat in Auftrag gegeben haben könnte. Nicht ausgeschlossen wird, dass ein unzufriedener Klient der Klinik hinter dem Anschlag steckt. Zudem wird nach Personen gefahndet, die dem Festgenommenen bei Vorbereitung und Ausführung geholfen haben sollen.
Das Opfer hatte seine Klinik für plastische und ästhetische Chirurgie im Jahr 2018 in Marbella gegründet. Er stammte aus Köln, hatte in Deutschland und Österreich Medizin studiert und war als Arzt in Aachen tätig gewesen. Weiterbildungen absolvierte er in Großbritannien und Südafrika. Zuvor hatte er rund zehn Jahre an Krankenhäusern in Málaga und Marbella gearbeitet. Einigen Regionalmedien zufolge besaß er auch einen deutschen Pass; die Behörden machten dazu keine Angaben.
Die Behandlungen in seiner Klinik gelten als kostspielig. Die Klientel stammt laut Berichten vorwiegend aus Europa, dem Nahen Osten und den USA; für wohlhabende Patienten stellt die Klinik eigene Erholungsvillen mit individueller Nachsorge bereit. Die Vereinigung der Ärzte in Málaga gedachte des Getöteten mit einer Schweigeminute, wie sie auf der Plattform X mitteilte.
Source: Kleine Zeitung