Geschworenengericht uneins: Kindstötungs-Prozess gegen Lindsay Clancy vor dem Scheitern
Der Prozess gegen Lindsay Clancy, die ihre drei Kinder erdrosselt haben soll, droht wegen fehlender Einigkeit der Geschworenen zu platzen. Das Gericht in Massachusetts berät weiter.
Jury blockiert Urteil im Clancy-Verfahren
Wie ORF berichtet, droht der vielbeachtete Mordprozess gegen die 36-jährige Lindsay Clancy im US-Bundesstaat Massachusetts zu scheitern. Grund ist die anhaltende Uneinigkeit der Geschworenen über die Schuldfähigkeit der Angeklagten.
Die Verteidigung beantragte gestern, ein Jurymitglied auszuschließen, dem vorgeworfen wurde, die richterlichen Anweisungen zum „berechtigten Zweifel" an Clancys Schuldfähigkeit zu ignorieren und damit ein Urteil zu blockieren. Richter William Sullivan wies den Antrag zurück und forderte die Geschworenen auf, ihre Beratungen fortzusetzen.
Gelingt kein einstimmiges Urteil, könnte der Prozess platzen – die Staatsanwaltschaft hätte dann die Möglichkeit, ein neues Verfahren zu beantragen.
Clancy, eine frühere Krankenschwester, gestand, ihre drei Kinder – den acht Monate alten Callan, den dreijährigen Dawson und die fünfjährige Cora – im Jänner 2023 in Duxbury, südöstlich von Boston, erdrosselt zu haben. Danach sprang sie aus einem Fenster im zweiten Stock; seitdem ist sie querschnittgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen.
Trotz des Geständnisses plädiert Clancy auf nicht schuldig. Die Verteidigung argumentiert, sie habe zum Tatzeitpunkt unter einer postpartalen Psychose gelitten und sei deshalb nicht schuldfähig gewesen.
Befinden die Geschworenen sie für schuldunfähig, droht eine psychiatrische Einweisung. Im Fall einer Mordverurteilung hingegen wäre lebenslange Haft ohne Bewährungsmöglichkeit die Folge. Der Prozess in Plymouth wird von großem Medieninteresse begleitet, mehrere Podcasts widmen sich dem Fall.
Source: ORF