Hinrichtung von Nidal Malik Hasan wird nicht live übertragen

US-Präsident Trump sagt Live-Übertragung der geplanten Hinrichtung des Attentäters Hasan ab. Familienangehörige der 13 Opfer dürfen die Exekution am 3. Dezember persönlich verfolgen.

Hinrichtung wird nicht live übertragen

Präsident Donald Trump hat sich gegen eine öffentliche Übertragung der für den 3. Dezember geplanten Hinrichtung von Nidal Malik Hasan (56) entschieden. Das teilte Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social mit. Die Exekution soll wie geplant durch ein Erschießungskommando auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas stattfinden.

Hasan war 2013 wegen des tödlichen Anschlags auf Fort Hood zum Tode verurteilt worden. Trump erklärte, er habe eine öffentliche Übertragung zunächst als mögliche Abschreckung betrachtet – die Welt hätte sehen können, wie Amerika mit Terroristen umgeht. Allerdings hätten viele Menschen keine Lust, der Hinrichtung beizuwohnen. „Er wird wie geplant durch ein Erschießungskommando sterben, aber dieses Ereignis wird nicht übertragen", schrieb der Präsident.

Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte im Oktober angekündigt, die Hinrichtung öffentlich stattfinden zu lassen. Das Pentagon bestätigte anschließend, dass sie live übertragen werden sollte. Die Ankündigung löste parteiübergreifend heftige Kritik aus. Kritiker warnten, dass Bilder der Hinrichtung zur Radikalisierung weiterer Extremisten beitragen könnten. Eine Ipsos-Umfrage für die „Washington Post" und ABC News zeigte: 91 Prozent der befragten Demokraten und 64 Prozent der Republikaner lehnten eine Übertragung ab. Unter männlichen Anhängern von Trumps Maga-Bewegung sprachen sich 57 Prozent dafür aus.

Nach Angaben der Frankfurter Allgemeine Zeitung distanzierte sich auch Vizepräsident JD Vance von den Plänen. Auf die Frage, wie sich eine öffentliche Hinrichtung mit seinem christlichen Glauben vereinbaren lasse, erklärte er zunächst, dass er nicht wisse, ob es überhaupt dazu kommen werde. Gleichzeitig betonte Vance, man dürfe nicht vergessen, dass Hasan zahlreiche unschuldige Menschen brutal ermordet habe. Sollte die Hinrichtung tatsächlich live übertragen werden, werde er sie sich allerdings nicht ansehen.

Hasan war 2009 auf Fort Hood aktiv geworden. Der damalige Major und Psychiater der US-Armee betrat am 5. November 2009 ein Sanitätsgebäude, in dem Soldaten auf Impfungen und medizinische Untersuchungen warteten. Er rief „Allahu Akbar" und eröffnete mit einer Pistole das Feuer. 13 Menschen wurden getötet, 32 weitere verletzt.

Hasan gab später an, verhindern zu wollen, dass die Soldaten nach Afghanistan geschickt würden und dort Muslime töteten. Ein Militärrichter ließ diese Begründung während des Prozesses 2013 jedoch nicht als Verteidigung zu. Bei dem Anschlag wurde Hasan von Sicherheitskräften angeschossen und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt. Unmittelbare Angehörige der Opfer dürfen die Hinrichtung auf Wunsch persönlich verfolgen.

Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung