Jury-Blockade im Clancy-Prozess: Ein Geschworener verhindert Urteil in Plymouth
Der Prozess gegen Lindsay Clancy, die ihre drei Kinder tötete, scheiterte nach 40 Stunden Beratung – ein einziger Geschworener blockierte das Urteil.
Kein Urteil nach 40 Stunden: Clancy-Prozess in Plymouth gescheitert
Der aufsehenerregende Prozess gegen Lindsay Clancy ist nach sieben Wochen ohne Ergebnis beendet worden. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, verhinderte ein einziger Geschworener das einstimmige Urteil – eine Voraussetzung, die im US-amerikanischen Rechtssystem zwingend erfüllt sein muss.
Die 36-jährige Clancy hatte gestanden, ihre drei kleinen Kinder in Plymouth, Massachusetts, getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wertete die Tat als kaltblütigen Mord. Die Verteidigung hingegen plädierte auf Unschuld und berief sich auf eine schwere postpartale Psychose, an der die Angeklagte zur Tatzeit gelitten haben soll.
Die Jury – neun Frauen und drei Männer – beriet insgesamt knapp 40 Stunden lang. Dennoch gelang es der Gruppe nicht, zu einem gemeinsamen Beschluss zu finden. Das Verfahren gilt damit vorerst als gescheitert; die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob ein neues Verfahren eingeleitet wird.
Die Juristin und Professorin Valerie Hans, eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der amerikanischen Jury-Forschung, ordnet den Fall gegenüber der Süddeutschen Zeitung ein. Sie gibt Einblicke in die Dynamik von Geschworenen-Gruppen und erklärt, welche Macht einzelne dominante Charaktere in der Beratung entfalten können. Selten habe eine Jury die amerikanische Öffentlichkeit so in Atem gehalten wie jene in Plymouth.
Ob ein neues Verfahren gegen Clancy angestrengt wird, ist derzeit offen.
Source: Süddeutsche Zeitung