Mordfall Tupac Shakur: Ex-Gangführer Duane Davis in Las Vegas schuldig gesprochen

Fast 30 Jahre nach dem Tod von Rapper Tupac Shakur hat eine Jury in Las Vegas den früheren Gangführer Duane Davis als Drahtzieher des Mordes verurteilt.

Jury spricht Davis nach fast drei Jahrzehnten schuldig

Fast 30 Jahre nach dem Tod von US-Rapper Tupac Shakur hat eine Geschworenenjury in Las Vegas den früheren Gangführer Duane Davis für schuldig befunden. Wie Google News LU DE unter Berufung auf mehrere deutsche Medien berichtet, sahen es die Geschworenen als erwiesen an, dass der 63-jährige Davis als Drahtzieher für den tödlichen Angriff auf den Musiker verantwortlich war.

Tupac Shakur gehörte in den 1990er-Jahren zu den einflussreichsten Rappern weltweit. Bekannt durch Hits wie „California Love" und „Changes" verkaufte er Millionen Tonträger. Am 7. September 1996 wurde der damals 25-Jährige in einem fahrenden Auto in Las Vegas angeschossen; sechs Tage später erlag er seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Davis wird nicht vorgeworfen, selbst auf Shakur geschossen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sah in ihm vielmehr den Organisator des Angriffs: Als früherer Anführer der Straßengang South Side Compton Crips soll er die Vergeltungsaktion geplant und die Tatwaffe beschafft haben. Nach dem Recht des Bundesstaates Nevada kann auch derjenige wegen Mordes verurteilt werden, der einem anderen bei der Ausführung der Tat behilft.

Festgenommen worden war Davis im Jahr 2023 in Las Vegas; die Anklage lautete unter anderem auf Mord mit Gebrauch einer tödlichen Waffe. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig.

Zuvor hatte Davis jedoch in mehreren öffentlichen Äußerungen eingeräumt, in dem weißen Cadillac gesessen zu haben, aus dem die Schüsse abgegeben wurden. In Interviews und in seiner Autobiografie bezeichnete er sich als einzigen noch lebenden Insassen des Fahrzeugs. In einem Verhör aus dem Jahr 2008 gab er an, sein Neffe habe die tödlichen Schüsse abgefeuert.

Verteidiger Michael Sanft stellte seinen Mandanten im Verlauf des Prozesses als unglaubwürdigen Zeugen seiner selbst dar. Davis habe zahlreiche Dinge erfunden, um daraus persönlichen Nutzen zu ziehen, argumentierte Sanft.

Der Fall beschäftigte die Öffentlichkeit über Jahrzehnte und nährte immer wieder neue Spekulationen. Mit dem Schuldspruch ist nun zumindest die Frage nach dem mutmaßlichen Drahtzieher juristisch beantwortet.

Source: Google News LU DE