Anlagebetrug: Plattform Fundora verlangt Gebühren unter AML-Vorwand
Rechtsanwalt warnt vor der Plattform Fundora (fundora-app.live): Anleger werden mit gefälschten Compliance-Forderungen um Tausende Euro gebracht.
Fundora (fundora-app.live) unter Betrugsverdacht: Anwalt warnt vor AML-Gebührenfalle
Google News DE — Crime (de) berichtet über Warnungen eines Rechtsanwalts gegenüber der Trading-Plattform Fundora (fundora-app.live): Wer dort eine Auszahlung beantragt und anschließend mit Begriffen wie „AML-Prüfung", „Compliance Check" oder „Source of Funds" konfrontiert wird, sollte äußerste Vorsicht walten lassen.
Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht, der sich auf Anlagebetrug, Krypto-Betrug und Cybercrime spezialisiert hat, erklärt das Muster: Geldwäscheprüfungen existieren im regulierten Finanzsektor tatsächlich. Problematisch wird es jedoch, wenn eine angebliche Compliance-Prüfung davon abhängig gemacht wird, dass der Anleger zusätzliches Geld überweist.
Musterhafter Betrugsfall: 65.000 Euro eingezahlt, 18.500 Euro gefordert
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Schema. Ein Anleger hat insgesamt 65.000 Euro bei Fundora (fundora-app.live) eingezahlt. Auf seinem Trading-Konto werden inzwischen 185.000 Euro ausgewiesen. Als er die vollständige Auszahlung verlangt, erklärt die Plattform, aufgrund der hohen Summe sei eine internationale Geldwäscheprüfung erforderlich. Der Anleger müsse zunächst zehn Prozent — also 18.500 Euro — als „AML Security Deposit" hinterlegen. Nach erfolgreicher Prüfung würden dann 203.500 Euro ausgezahlt.
Rechtsanwalt Wehrmann betont die entscheidende Unterscheidung: Eine Identitätsprüfung sei etwas grundlegend anderes als die Aufforderung, einen prozentualen Anteil des angeblichen Guthabens auf ein fremdes Konto zu überweisen.
Kette immer neuer Voraussetzungen als Warnsignal
Als besonders auffälliges Merkmal beschreibt Wehrmann das Prinzip der endlosen Forderungskette. Zunächst verlange der Anbieter etwa 3.000 Euro für eine Verifizierung. Nach Zahlung heiße es, die Compliance-Abteilung habe den Vorgang grundsätzlich genehmigt — nun fehle noch eine „Proof of Liquidity"-Zahlung von 7.500 Euro. Danach folge eine angebliche Anti-Terror-Financing-Prüfung.
Der Anleger zahle immer weiter, weil die Auszahlung scheinbar nur noch einen einzigen Schritt entfernt sei.
Drohungen mit strafrechtlichen Konsequenzen als Druckmittel
Ein weiterer psychologischer Hebel ist laut Wehrmann die Androhung rechtlicher Folgen. Angebliche Compliance-Mitarbeiter behaupteten etwa: „Wenn Sie die Prüfung nicht abschließen, müssen wir Ihr Konto wegen Geldwäscheverdachts melden." Solche Aussagen könnten erheblichen Druck erzeugen. Dokumentiert werden sollte deshalb, ob mit Kontosperrung, Behördenmeldungen oder strafrechtlichen Konsequenzen gedroht wurde, um weitere Zahlungen durchzusetzen.
Krypto-Fachbegriffe als zusätzliche Tarnung
Im Kryptobereich verwendeten betrügerische Plattformen zusätzliche Fachbegriffe. Anleger würden aufgefordert nachzuweisen, dass ihre Bitcoin oder USDT aus einer „sauberen Wallet" stammten. Anschließend werde behauptet, für ein sogenanntes „AML Certificate" müsse eine Gebühr bezahlt werden. Auch Begriffe wie „Wallet Verification", „Blockchain Clearance" oder „Source-of-Crypto Check" tauchten auf.
Entscheidend sei dabei, so Wehrmann, welches Unternehmen die Prüfung angeblich durchführe, welche Rechtsgrundlage genannt werde und an wen die geforderte Zahlung gehen solle.
Interne Rollenverteilung täuscht Seriosität vor
Betrügerische Plattformen stellten intern unterschiedliche Rollen dar, warnt der Anwalt. Der persönliche Broker erkläre, er selbst könne nichts mehr tun — der Fall liege jetzt bei der „Compliance Department". Kurz darauf melde sich eine neue Person mit anderer Telefonnummer und professioneller E-Mail-Signatur. Dadurch entstehe der Eindruck interner Kontrolle. Bei Fundora (fundora-app.live) könne dennoch dieselbe Organisation hinter beiden Ansprechpartnern stehen.
Deshalb sollten sämtliche Namen, Rufnummern, E-Mail-Adressen und Zahlungsanweisungen aller angeblichen Abteilungen gesichert werden.
Was Betroffene tun können
Wer bei Fundora (fundora-app.live) eine Auszahlung beantragt und anschließend zu AML-Gebühren, Sicherheitsleistungen oder sonstigen Compliance-Zahlungen aufgefordert wurde, sollte laut Rechtsanwalt Wehrmann vor weiteren Überweisungen rechtlichen Rat einholen. Geschädigte können ihren Sachverhalt über die Plattform trading-betrug.de übermitteln, wo eine kostenfreie Ersteinschätzung angeboten wird.
Source: Google News DE — Crime (de)