Bekennerschreiben nach Raketenangriff auf Umspannwerk in Brandenburg aufgetaucht

Nach dem Sabotageakt auf das Umspannwerk Turnow-Preilack prüft die Brandenburger Polizei ein eingegangenes Bekennerschreiben. Laut taz stammt es von einem Einzeltäter, der gegen fossile Stromerzeugung protestieren will.

Polizei prüft Bekennerschreiben nach Angriff auf Brandenburger Umspannwerk

Nach dem Anschlag auf das Umspannwerk Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße ist bei der Brandenburger Polizei ein Bekennerschreiben eingegangen. Wie BILD berichtet, teilte die Polizei am Donnerstagabend auf X mit: „Uns wurde ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag in Turnow-Preilack (SPN) bekannt. Derzeit wird die Echtheit des Schreibens geprüft."

Auf welchem Weg das Schreiben bei den Ermittlern einging und von wem es konkret stammt, wollte die Polizei zunächst nicht mitteilen. Eine Polizeisprecherin erklärte: „Die Authentizität des Schreibens ist Gegenstand weiterer Ermittlungen und kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden." Einen Zeitplan für ein Ermittlungsergebnis nannte sie nicht.

Die Zeitung taz berichtet, das handschriftlich verfasste Schreiben sei per Post in ihrer Redaktion eingegangen — mit einem Stempel aus Nordrhein-Westfalen. Demnach soll ein Mann als Absender angegeben sein. Die Redaktion habe die angegebene Adresse überprüft, dort aber nur ein anderes Familienmitglied angetroffen, das zwar die Handschrift identifiziert habe, jedoch nicht wisse, wo sich der Mann derzeit aufhalte. In dem Brief heißt es laut taz: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht."

Mehr als 20 selbst gebaute Raketen eingesetzt

Für den Angriff waren mehr als 20 selbst konstruierte Raketen vorbereitet worden. Die Flugkörper sollten Kupferdrähte in die Hochspannungsleitungen schießen und so gezielt Kurzschlüsse sowie Lichtbögen auslösen — mit dem Ziel, möglicherweise einen großflächigen Stromausfall zu verursachen. Mindestens zwei Raketen erreichten ihr Ziel; Mitarbeiter stellten geringe Schäden an den Leitungen fest.

Der Ermittlungseinsatz am Umspannwerk war am Donnerstagvormittag fortgesetzt worden, die Landesstraße 50 für einige Stunden erneut gesperrt. Am Mittag meldete die Polizei auf X, die Einsatzmaßnahmen vor Ort seien beendet. Die Beamten suchten an umliegenden Hochspannungsmasten nach Hinweisen auf weitere Raketen.

Ermittlungen wegen Terrorverdacht

Die Polizei ermittelt nach der Sabotage unter anderem wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Zu dem Angriff soll es laut Polizeiangaben mehrere Hinweise aus der Bevölkerung gegeben haben, die derzeit ausgewertet werden.

Der Anschlag hatte auch Auswirkungen auf das nahe gelegene Braunkohlekraftwerk Jänschwalde: Aus Sicherheitsgründen musste dort kurzzeitig ein Block abgeschaltet werden. Über das Umspannwerk Turnow-Preilack speist das Kraftwerk Strom in das Übertragungsnetz des Betreibers 50Hertz ein.

Source: BILD

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