Binance-Hackerangriff: 6,3 Milliarden Dollar Schaden bei weltgrößter Kryptobörse

Bei der Kryptobörse Binance haben Hacker Vermögenswerte im Wert von schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar gestohlen. Das Unternehmen kündigte an, alle Verluste zu ersetzen.

Binance-Hackerangriff: 6,3 Milliarden Dollar Schaden bei weltgrößter Kryptobörse

Großangriff auf Binance offenbart massives Sicherheitsloch

Laut t-online.de ist es bei der weltgrößten Kryptobörse Binance zu einem massiven Hackerangriff gekommen. Am Donnerstagabend gegen 21.14 Uhr verschwanden 167.464 Ether-Coins (ETH) im Wert von rund 388 Millionen US-Dollar sowie Stablecoins der Marke Tether (USDT) im Wert von etwa 1,6 Milliarden Dollar aus den Wallets. Analysten schätzen den Gesamtschaden auf 6,3 Milliarden Dollar – möglicherweise der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte.

Die gestohlenen Vermögenswerte wurden auf eine Adresse transferiert, die nur wenige Stunden zuvor angelegt worden war. Das Startguthaben dieser Adresse stammte aus Tornado Cash, einem Krypto-Mixer, der dazu dient, Geldflüsse zu verschleiern. Für Sicherheitsexperten ist dieses Muster charakteristisch für professionelle Hackerangriffe. Die tatsächliche Höhe des Schadens lässt sich derzeit nicht präzise beziffern: Schätzungen schwanken zwischen 2,8 Milliarden und sechs Milliarden Dollar, je nachdem welche Wallets und Vermögenswerte berücksichtigt werden. Selbst die konservativere Schätzung übersteigt den bisherigen Rekord deutlich – im Februar 2025 erbeuteten Angreifer bei der Börse Bybit etwa 1,5 Milliarden Dollar.

Binance-Gründer Changpeng Zhao bestätigte auf X (ehemals Twitter) den Hackerangriff unmittelbar. Das Unternehmen kündigte an, alle Nutzverluste aus seinem Notfallfonds zu ersetzen. Gleichzeitig sperrte Binance vorübergehend alle Ein- und Auszahlungen, um Sicherheitsüberprüfungen durchzuführen und weitere Abflüsse zu verhindern.

Ersten Erkenntnissen der Börse zufolge entstand die Sicherheitslücke durch den gehackten Laptop eines DevOps-Ingenieurs. Der Angreifer verschaffte sich dadurch Zugang zu einem Service-Container und löste anschließend nicht autorisierte Auszahlungen aus. Binance betont, keine Hinweise darauf gefunden zu haben, dass private Schlüssel von Wallets kompromittiert wurden. Eine detaillierte technische Analyse soll veröffentlicht werden, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist.

Analysten zufolge nutzte der Angreifer eine Ethereum-Funktion, die Wallets ermöglicht, vorübergehend erweiterte Befehle auszuführen. Durch offenbar unberechtigt erteilte Freigaben verschaffte sich der Täter Zugang zu mehreren Binance-Wallets. Wie der Angreifer an diese Freigaben gelangte und ob Binance selbst Fehler begangen hat, bleibt unklar.

Ein großer Teil der gestohlenen Vermögenswerte konnte bereits eingefroren werden – etwa die Stablecoins. Allerdings liegen noch rund 195.000 Ether bei dem Angreifer. Im Gegensatz zu Stablecoins kann niemand Ether zentral blockieren. Beobachter erwarten, dass der Täter versuchen wird, diese Bestände über dezentrale Börsen oder spezielle Plattformen zu waschen.

Binance verfügt über den SAFU-Fonds (Secure Asset Fund for Users), der 2018 gegründet wurde und derzeit etwa 15.000 Bitcoin – etwas über eine Milliarde Dollar – enthält. Bei den bisherigen Schätzungen des Schadens reicht dieser Fonds allein nicht aus. Wie Binance die Lücke schließen will, ist bislang offen. Die Nutzer müssen vorerst abwarten, wann die Börse Ein- und Auszahlungen wieder freigeben wird.

Dies ist nicht der erste Angriff auf Binance. Im Mai 2019 stahlen Hacker mit gestohlenen API-Schlüsseln und Zwei-Faktor-Codes rund 7.000 Bitcoin, damals etwa 40 Millionen Dollar wert. Binance ersetzte diesen Schaden vollständig aus dem SAFU-Fonds. Im Oktober 2022 exploitierten Angreifer eine Sicherheitslücke in der Bridge der BNB Chain und erzeugten BNB im Wert von etwa 566 Millionen Dollar, konnten aber nur rund 137 Millionen Dollar abziehen, bevor Transaktionen gestoppt wurden. Der aktuelle Angriff übertrifft beide Vorfälle um ein Vielfaches.

Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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