Zwei maskierte Männer werfen Böller durch Fenster von Flüchtlingsunterkunft
Im August warfen zwei unbekannte Täter einen Feuerwerkskörper in ein bewohntes Flüchtlingswohnhaus in Weinstadt-Schnait. Die Polizei veröffentlichte nun Videomaterial und sucht nach Zeugen.

Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft — Polizei sucht Täter nach Video-Veröffentlichung
Laut swr.de hat die Polizei ein Überwachungsvideo aus einer Flüchtlingsunterkunft in Weinstadt-Schnait veröffentlicht. Das Material zeigt zwei maskierte Männer, die in der Nacht zum 20. August an ein Wohngebäude liefen und einen brennenden Gegenstand durch ein Fenster im ersten Stock warfen. Im Inneren kam es zu einer Explosion mit deutlichem Lichtschein.
Der geworfene Gegenstand war ein handelsüblicher Feuerwerkskörper, ein sogenanntes römisches Licht — ein Stab, aus dem Funken sprühen. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt, und der Sachschaden fiel gering aus. In dem Gebäude lebten zu dem Zeitpunkt mehrere Geflüchtete, darunter Menschen aus Gambia und der Ukraine.
Die Ermittler vermuten ein fremdenfeindliches oder politisch rechtsextremes Motiv. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei wurde deshalb eingeschaltet. „Aufgrund des Kontexts ist das eine naheliegende Möglichkeit", sagte Polizeisprecher Robert Kauer. Eine abschließende Aussage über die Gesinnung der Täter sei aber noch nicht möglich.
Kurz vor dem dokumentierten Angriff hatte sich in unmittelbarer Nähe an der Wiesentalstraße eine ähnliche Tat ereignet. Die Polizei schließt nicht aus, dass die gleichen Täter für beide Vorfälle verantwortlich sein könnten.
Nach Angaben der Polizei gelten für Öffentlichkeitsfahndungen mit Videomaterial strenge juristische Hürden zum Schutz der Persönlichkeitsrechte. Die Ermittler müssen zuvor alle anderen Ansätze verfolgt haben. Nach der Veröffentlichung des Videos sind bereits zwei Hinweise eingegangen, allerdings nur „sehr vage". Diese werden nun ausgewertet.
Wer Personen auf dem Video erkennt oder weitere Angaben zu den Angriffen im August machen kann, wird gebeten, die Kriminalpolizei unter Telefon 07361/5800 zu kontaktieren.
Source: Google News DE — Crime (de)