FBI fahndet nach deutschem Anlagebetrüger Fritsch – 15 Jahre Haft in absentia

Der Deutsche Bernhard Eugen Fritsch steht auf der „Most Wanted"-Liste des FBI. Er soll Investoren um Millionen betrogen haben und floh nach München.

Verurteilter Millionenbetrüger auf FBI-Fahndungsliste – Spur führt nach München

Der 65-jährige Deutsche Bernhard Eugen Fritsch steht auf der öffentlichen „Most Wanted"-Liste des FBI. Wie BILD berichtet, wurde er im April 2025 von einer Jury in Los Angeles des Betrugs schuldig gesprochen – und floh noch vor der Strafmaßverkündung zunächst nach Mexiko, anschließend nach Deutschland.

Fritsch, gebürtig aus Landshut, zog in den 1990er Jahren in die USA. Dort gründete er die Firma StarClub und bewegte sich im Umfeld von Prominenten aus Unterhaltung und Musik, darunter Michael Jackson und Wesley Snipes. Gegenüber Investoren behauptete er, eine Software entwickelt zu haben, die Stars und Influencern helfen sollte, mit Online-Werbung Geld zu verdienen.

Das FBI hält in der öffentlichen Fahndung fest: „Fritsch behauptete, Vereinbarungen mit großen globalen Medien- und Unterhaltungsunternehmen zu haben, und stellte die finanzielle Leistung von Starclub falsch dar, um Investitionen zu fördern." Mindestens 7,3 Millionen Dollar soll er laut der Behörde für persönliche Ausgaben verbraucht haben – darunter Hypothekenzahlungen, Wohnkosten und Luxusfahrzeuge. US-Medien zufolge renovierte er eine Villa in Malibu und ließ eine Jacht umbauen.

Nach dem Schuldspruch durfte Fritsch bis zur Strafmaßverkündung unter Auflagen auf freiem Fuß bleiben. Vor der Anhörung im Juni 2025 floh er – auch unter dem Namen Charles Wiest bekannt – nach Los Mochis in Mexiko. Dort nahmen mexikanische Behörden ihn im September 2025 wegen gefälschter Ausweispapiere fest. Obwohl er freikam, meldete er sich nicht wie vorgeschrieben alle zwei Wochen beim Einwanderungsgericht. Am 6. Oktober floh er nach FBI-Angaben weiter nach München.

Ein US-Gericht verkündete das Strafmaß in Fritschs Abwesenheit: 15 Jahre Haft, eine Geldstrafe von 35.000 Dollar sowie Schadenersatzzahlungen von knapp 27 Millionen Dollar.

Das FBI hat eine Belohnung von bis zu 150.000 Dollar für Hinweise ausgelobt, die zur Festnahme führen. Fritschs Ehefrau, die Schauspielerin Lucinda Wiest Maneira, hatte nach Angaben von BILD gestanden, ihm bei der Flucht geholfen zu haben – ihr drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Eine Auslieferung in die USA gilt als unwahrscheinlich. Nach dem deutsch-amerikanischen Auslieferungsvertrag ist Deutschland dazu nicht verpflichtet. Artikel 16 des Grundgesetzes schließt die Auslieferung deutscher Staatsbürger ins Ausland grundsätzlich aus – mit Ausnahmen bei Übergaben an EU-Mitgliedstaaten oder internationale Gerichtshöfe, sofern rechtsstaatliche Grundsätze gewahrt bleiben.

Source: BILD

Read this article in English