Gefälschte Amazon-Mails, WhatsApp-Fälschungen und Schockanrufe: Neue Betrugswellen 2024

Die Verbraucherzentrale warnt vor mehreren neuen Betrugsmaschen: gefälschte Amazon-Mails zu Prime-Mitgliedschaften, eine manipulierte WhatsApp-Version im Google Play Store und betrügerische Krankenhaus-Anrufe mit KI-Einsatz.

Gefälschte Amazon-Mails, WhatsApp-Fälschungen und Schockanrufe: Neue Betrugswellen 2024

Neue Betrugswellen im Oktober 2024

Wie web.de berichtet, häufen sich derzeit mehrere ausgefeilte Betrugsmaschen im deutschsprachigen Raum. Die Verbraucherzentrale und Behörden warnen vor gefälschten Nachrichten und manipulierten Apps, die gezielt Verbraucher ins Visier nehmen.

Phishing-Welle gegen Amazon-Prime-Nutzer

Eine aktuelle Phishing-Kampagne zielt auf Amazon-Prime-Mitglieder ab. Die betrügerischen E-Mails behaupten, dass die monatliche Gebühr nicht abgebucht werden konnte. Empfänger werden aufgefordert, über einen beigefügten Link ihre Zahlungsinformationen zu überprüfen und zu aktualisieren – angeblich, um eine Unterbrechung der Mitgliedschaft zu verhindern. Die Kriminellen setzen dabei gezielt emotionalen Druck auf, indem sie mit der Aussetzung von Prime-Vorteilen drohen.

Die Verbraucherzentrale betont, dass Amazon solche Hinweise ausschließlich über die offizielle App oder die bekannte Website übermittelt. Nutzer sollten auf Links in verdächtigen Mails nicht klicken. Wer ein Amazon-Konto besitzt, kann Zahlungsinformationen jederzeit direkt in seinem Account überprüfen.

Gefälschte WhatsApp im Google Play Store

Eine betrügerische Version der Messaging-App WhatsApp zirkuliert im offiziellen Google Play Store und wurde bereits über 500.000 Mal heruntergeladen. Die App stammt von einem Entwicklerkonto namens "Agment Assets sallu" und kopiert Beschreibung sowie Screenshots der echten WhatsApp-Seite. Besonders tückisch: Die Fälschung erscheint bei vielen Nutzern in gesponserten Suchergebnissen an prominenter Stelle ganz oben.

Die Betrüger missbrauchen Googles "Early Access"-Programm, das öffentliche Nutzerbewertungen deaktiviert und damit die Erkennung erschwert. Fachleute raten dringend davon ab, Apps aus unbekannten Quellen zu installieren. Vor dem Download sollten Nutzer stets den Entwicklernamen überprüfen oder direkt auf der offiziellen Website des Anbieters nach dem korrekten Link suchen. Wer die gefälschte Version bereits installiert hat, sollte sie umgehend deinstallieren und sein Gerät auf verdächtige Aktivitäten überprüfen.

Schockanrufe mit Hospital-Masche und KI-Unterstützung

Kriminelle geben sich am Telefon als Krankenhausmitarbeiter aus. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) und das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) warnen vor dieser Betrugsform, den sogenannten Schockanrufen. Die Betrüger behaupten, ein naher Angehöriger sei nach einem Unfall oder wegen einer lebensbedrohlichen Erkrankung in eine Klinik eingeliefert worden. Im weiteren Gesprächsverlauf fordern sie hohe Geldsummen, angeblich um eine dringend benötigte Behandlung oder Operation sicherzustellen.

Die Täter bauen gezielt emotionalen und zeitlichen Druck auf. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz werden solche Maschen noch glaubhafter gestaltet. Eduard Fuchshuber, Pressesprecher der BKG, stellt klar: "Krankenhäuser fordern niemals telefonisch Geldzahlungen von Angehörigen, um medizinische Behandlungen durchzuführen oder fortzusetzen." Notfallbehandlungen würden sofort durchgeführt und niemals von vorherigen Zahlungen abhängig gemacht.

Wer unsicher ist, ob ein Anruf tatsächlich von einem Krankenhaus stammt, sollte die offizielle Telefonnummer der Klinik wählen und sich direkt mit der Station oder der zentralen Auskunft verbinden lassen. Betroffene sollten den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle melden.

Fake-Shops für Brennholz und Pellets in der Heizsaison

Pünktlich zur Heizsaison häufen sich betrügerische Online-Shops, die mit günstigen Angeboten für Brennholz und Holzpellets locken. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor gefälschten Internetseiten, die Kunden täuschen und Geld kassieren, ohne Ware zu liefern. Die Kriminellen übernehmen häufig Firmendaten echter Unternehmen für ihr gefälschtes Impressum, um seriös zu wirken.

Das Verbraucherportal Watchlist Internet listet über 25 unseriöse Brennholzanbieter auf. Ein Beispiel ist der Shop hdelgur.shop, der das Design des Discounters Lidl imitiert und Besucher automatisch auf eine andere Adresse weiterleitet. Bei praktisch allen verdächtigen Anbietern ist Zahlung ausschließlich per Vorkasse möglich – ein klassisches Warnsignal für Fake-Shops.

Wer Brennholz bei einem unbekannten Händler kaufen möchte, kann dessen Seriosität vorab mit dem Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale überprüfen. Eine einfache Internetsuche nach dem Shopnamen zusammen mit Begriffen wie "Betrug" oder "Erfahrungen" kann schnell Klarheit schaffen.

Source: Google News DE — Crime (de)

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