Kölner Drogenhändler zu neuneinhalb Jahren verurteilt – EncroChat überführte Millionenring
Ein 36-Jähriger aus Köln wurde wegen internationaler Drogengeschäfte mit zehn Millionen Euro Umsatz verurteilt. Entlarvt wurde er durch das geknackte EncroChat-System.
EncroChat-Daten belasten Kölner Drogenring vor Düsseldorfer Landgericht
Ein 36-jähriger Kölner ist vom Landgericht Düsseldorf zu neuneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, wie t-online berichtet. Die elfte Strafkammer befand ihn für schuldig, zwischen Dezember 2019 und Januar 2025 international mit Drogen gehandelt und dabei rund zehn Millionen Euro erwirtschaftet zu haben – verteilt auf 15 einzelne Drogendeals. Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Jahre Haft gefordert.
Ein gleichaltriger Komplize, ebenfalls aus Köln, erhielt sieben Jahre Haft. Ein 35-jähriger Helfer aus Leverkusen wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Auch in diesen beiden Fällen blieben die Richter unter den staatsanwaltschaftlichen Forderungen.
Zum Verhängnis wurde den Männern das verschlüsselte Krypto-Kommunikationssystem EncroChat, über das sie ihre Geschäfte abgewickelt hatten. Französische Ermittler knackten das System und teilten die erbeuteten Chatprotokolle mit Behörden in ganz Europa. Dem Düsseldorfer Gericht lagen dadurch umfangreiche Dokumentationen der Drogengeschäfte vor.
Die Aktivitäten des Hauptangeklagten reichten bis nach Kolumbien: Gemeinsam mit weiteren Beteiligten soll er 2021 dort 750 Kilogramm Kokain im Wert von rund 50 Millionen Euro bestellt haben. Die Lieferung kam jedoch nie an. Im Januar 2021 fiel das Schmuggelboot der US-Küstenwache beim Umladen auf hoher See auf. Die Besatzung warf die Drogen über Bord und flüchtete.
Der Prozess hatte Ende November begonnen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Source: t-online