Sabotage an Umspannwerken in NRW und Brandenburg: Polizei erhält Bekennerschreiben
Nach Angriffen auf Umspannwerke in Dormagen, Bergheim und Südbrandenburg liegt der Polizei ein Bekennerschreiben vor. Schäden entstanden bislang nur in Bergheim.
Bekennerschreiben nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in Deutschland
Nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands an einem Umspannwerk in Dormagen, zwischen Köln und Düsseldorf gelegen, gehen die Ermittler von einem Sabotagedelikt aus. Wie 20 Minuten berichtet, liegt der Polizei Köln ein Bekennerschreiben vor, das neben dem Vorfall in Dormagen auch bereits öffentlich bekannte Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt.
Ein Spaziergänger hatte den verdächtigen Gegenstand am Donnerstagabend am Umspannwerk entdeckt. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen; nach Angaben eines Polizeisprechers könnte es sich um eine „verdächtige Abschussvorrichtung" handeln. Gleichzeitig überprüft die Polizei weitere Umspannwerke in umliegenden Regionen auf ähnliche Vorrichtungen. Abgesehen vom Umspannwerk in Bergheim bei Köln wurden bislang keine Schäden festgestellt.
Am Dienstag war es in Bergheim westlich von Köln zu einem Angriff auf ein Umspannwerk gekommen. Behörden zufolge wurden Kabel über Oberleitungen geworfen, was einen Kurzschluss auslöste. Im Nachhinein entdeckten Ermittler dort mehrere Abschussvorrichtungen.
Wenige Stunden zuvor hatte es einen vergleichbaren Vorfall in Südbrandenburg gegeben. Nahe dem Kraftwerk Jänschwalde wurde mit Hilfe selbst gebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen gelenkt. Mehr als ein Dutzend solcher Vorrichtungen wurden sichergestellt. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle – Bergheim und Jänschwalde – auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.
Die deutsche Tageszeitung taz berichtete am Donnerstagabend, ein Bekennerschreiben zum Vorfall in Brandenburg erhalten zu haben; der Poststempel verweise auf eine Absendung aus Nordrhein-Westfalen. Laut taz beschreibt sich der Absender als Einzeltäter, schildert die verwendeten Selbstbauraketen im Detail und nennt als Motiv das „unermessliche Leid", das die Nutzung fossiler Brennstoffe verursache. Die Zeitung wies nach eigenen Angaben ausdrücklich darauf hin, dass nicht zweifelsfrei geklärt werden könne, ob der Verfasser des Schreibens tatsächlich der Täter sei.
Source: 20 Minuten