Silvesternacht in Leipzig: 320 Einsätze, Angriffe auf Polizisten und Brände
Die Silvesternacht in Leipzig war geprägt von Ausschreitungen und Angriffen auf Einsatzkräfte. Die Polizei zählte 320 Einsätze zwischen 18 und 6 Uhr.

Brände und Randale rund um den Jahreswechsel
Zwischen 18 Uhr Silvester und 6 Uhr Neujahrsmorgen verzeichnete die Polizeidirektion Leipzig 320 Einsätze. Wie l-iz.de berichtet, prägte eine Serie von Bränden, Angriffen auf Einsatzkräfte und Anzeigen wegen Landfriedensbruchs die Nacht, die eigentlich dem Feiern des neuen Jahres vorbehalten sein sollte.
Im Stadtteil Grünau eskalierte eine Auseinandersetzung derart, dass Feuerwehr und Polizei zunächst zurückweichen mussten. Eine spezielle Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit umstellte schließlich eine 23-köpfige Gruppe von Randalierern und nahm ihre Identitäten auf. Alle Beteiligten erhalten Anzeigen wegen Landfriedensbruchs. In der Innenstadt kontrollierte die Polizei einzelne Personen, darunter auch Kinder, die mit illegalen Feuerwerkskörpern der Kategorie 4 ausgestattet waren – auch gegen sie wurden Strafanzeigen eingeleitet.
Besonders in Connewitz spitzte sich die Lage zu. Dort wurden brennende Barrikaden aus Müllcontainern errichtet und angezündet. Ein Feuerwehrmann erlitt gegen 00:45 Uhr beim Löschen einer solchen Barrikade ein Knalltrauma, nachdem er mit Pyrotechnik beschossen wurde. An der Haltestelle Connewitzer Kreuz zerstörten Unbekannte Wartehausdächer und sprengten einen Fahrkartenautomat auf. Im südlichen Stadtgebiet wurden Polizeifahrzeuge und Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern und Flaschen attackiert – eine Polizistin erlitt leichte Verletzungen, blieb aber dienstfähig.
Polizeisprecher Olaf Hoppe bestätigte, dass die Silvesterkriminalität im Stadtgebiet insgesamt rückläufig sei, räumte aber ein, dass die Aggressivität an Brennpunkten wie Connewitz größer war als im Vorjahr. Polizeipräsident René Demmler erklärte: „Trotz des überwiegend friedlichen Verlaufs waren Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr stark gefordert. Die Angriffe auf Einsatzkräfte sind inakzeptabel und klar zu verurteilen."
Leipzig blieb größere Unglücke erspart. Anders war es in anderen deutschen und europäischen Städten. In Erfurt beschädigte ein mutmaßlich durch Silvesterraketen verursachter Brand historische Gebäude am Domplatz, darunter ein ältestes indisches Restaurant der Stadt und mehrere Wohnungen. Etwa hundert Einsatzkräfte bekämpften das Feuer bis in die Mittagsstunden. Der Vorfall schürt die Debatte über ein Verbot privaten Feuerwerks – dabei galt für das Areal bereits eine Verbotszone.
Zwei junge Männer in Bielefeld kamen tödlich zu Schaden, nachdem sie selbstgebaute Feuerwerkskörper zündeten und sich schwere Gesichtsverletzungen zuzogen. Einer starb an der Unfallstelle, der andere im Krankenhaus. In Amsterdam brannte die 1872 errichtete Vondelkerk – ein früherer Kirchturm, der später als Veranstaltungsort der Kulturszene diente – komplett ab. Nach örtlichen Berichten blieben nur die Grundmauern stehen. Der ursprüngliche Turm war bereits 1904 niedergebrannt und später wiederaufgebaut worden.
Source: Die Zeit Kriminalität