Spam-Bombing-Attacke lähmt E-Mail-Konten von Linke-Abgeordneten

Unbekannte Angreifer haben die Postfächer von Bundestagsabgeordneten der Linken mit tausenden E-Mails flutet. Das Bundesamt für Sicherheit wurde eingeschaltet.

Spam-Bombing-Attacke lähmt E-Mail-Konten von Linke-Abgeordneten

Massive Cyberattacke auf Linke-Abgeordnete

Abgeordnete der Linken im Bundestag sind am Montag Ziel einer massiven Spam-Bombing-Attacke geworden. Ihre Postfächer wurden durch tausende E-Mails gelähmt, so dass eine Nutzung nicht mehr möglich war. Wie rp-online.de berichtet, stammten die E-Mails von unterschiedlichen Absendern, trugen verschiedene Betreffs und waren in unterschiedlichen Sprachen verfasst.

Die Attacke betraf ausschließlich Abgeordnete der Linken. Der Mailverkehr des Bundestags insgesamt war nur von Verzögerungen betroffen, da die Server ausreichend Kapazität aufweisen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde verständigt und stellte den geschädigten Abgeordneten Anleitungen zur Verfügung, um die massenhaften E-Mails zu filtern.

Unabhängig von iPhone-Spähsoftware-Angriff

Nach Angaben der Behörden steht diese Cyberattacke nicht in Verbindung mit einem parallelen Angriff auf iPhones von Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern. Der US-Konzern Apple hatte vor Schadsoftware namens „Mercenary Spyware" gewarnt, die seit Donnerstag Benachrichtigungen auf iPhones auslöste.

Welche Regierungsmitglieder von dem Spyware-Angriff betroffen sind, konnte Regierungssprecher Stefan Kornelius nicht öffentlich mitteilen. Die Bundesregierung nehme beide Vorfälle sehr ernst, erklärte Kornelius. Das BSI und die Digitalminister hätten Warnungen frühzeitig veröffentlicht, „weil davon auszugehen ist, dass Geräte kompromittiert sein können".

Spyware-Funktionen und Infektionsweg

Die kommerzielle Spähsoftware wird laut Bundesinnenministerium häufig von staatlichen Akteuren gegen gezielt ausgewählte Personen eingesetzt. Die Infizierung erfolge ohne Zutun der Betroffenen, etwa durch eine präparierte Nachricht, die nicht geöffnet werden muss – dem sogenannten Zero-Click-Verfahren.

Ist ein Gerät kompromittiert, können Angreifer auf Nachrichten in verschlüsselten Messengern, Anrufe, Kontakte, Kalender, Standortdaten sowie Kamera und Mikrofon zugreifen. Ein Sprecher des Bundesdigitalministeriums warnte jedoch: Apples Warnmeldung bedeute nicht automatisch, dass tatsächlich eine Kompromittierung vorliege – es könnte sich auch um einen Verdachtsfall handeln.

Die Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Hintergründe beider Cyberangriffe zu ermitteln und die Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln.

Source: Die Zeit Kriminalität

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